Es ist schon witzig, wenn man einen PoWi-Lehrer hat, der mit seinem Kurs an einem Wettbewerb teilnimmt und dann am Ende auch noch gewinnt!
So hatten der PoWi-Leistungskurs und die beiden WiWi-Leistungskurse das Glück, den e.on Geschäftsführer in der Schule willkommen heißen zu dürfen, da wir den vom Handelsblatt ausgeschriebenen Wettbewerb „Chef zu gewinnen“ gewonnen hatten.

 

2016 11 Gespräch Dr. Kolks EON 3

 

Herr Dr. Kolks, ein sympathisch lächelnder Mann stand nun vor uns, bereit, uns einen Einblick in die Welt der Energie zu gewähren und wir hatten die Chance jegliche Fragen zu stellen.
Er erzählte uns zuerst, dass ihm mindestens zwei Mal in seinem Leben ein großes Glück widerfahren sei. Das eine Mal war jener Tag, an dem er bei e.on in die Privatkundenberatung eingestiegen ist und das andere, als er einem Professor begegnet ist, der ihn inspiriert habe.
Nach einer kurzen Erläuterung was er alles im Leben bis jetzt gemacht hat, beginnt die Fragerunde und es entsteht ein gutes Gespräch zwischen dem Chef und den Schülern, aus dem wir natürlich viele Informationen entnehmen konnten:
Nach dem Unglück in Fukushima spalteten sich die Meinungen, ob man Kernenergie weiter fortführen sollte oder nicht. Herr Dr. Kolks ist der Meinung, dass die Kernkraft für Deutschland kein Risiko darstelle, wenn man bedenke, dass im Grunde nur Wasserdampf in die Umwelt abgegeben werde und die Sicherheit in Deutschland stets an erster Stelle stehe. Allerdings bleibe die Frage der Abfallentsorgung stets ein Kontrapunkt der Kernenergie. Angesichts der beschlossenen Energiewende und dem Atomausstieg bis 2022 ist Herr Dr. Kolks der Ansicht, dass man den Umstieg auf erneuerbare Energien bis dahin nicht zu 100% realisieren könne. Zwar werde der Ausstieg aus der Atomenergie bis dahin stattgefunden haben, aber die erneuerbaren Energien werden auf Grund von noch nicht ausreichend verbreiteter Speichertechnologie nicht alles ausgleichen können.

 

2016 11 Gespräch Dr. Kolks EON 22

 

Die drei Leistungskurse erfahren, dass die Möglichkeit der Energiespeicherung immer wichtiger wird, da erneuerbare Energien nicht 24/365 Energie liefern und man immer gezwungen sein würde, die gewonnene Energie zu speichern. E.on ist hier bereits erfolgreich in den Markt eingestiegen und setzt darauf, dass in Zukunft immer mehr dieser Energie gespeichert werde. Von einer zentralen Lösung würde es immer mehr und mehr auf eine dezentrale Lösung hinauslaufen, die laut Kolks folgendermaßen aussehen könnte:
Auf einem Dach erzeugen Solarzellen mittels Photovoltaik Strom. Im Keller wird ein Speicher installiert, der die aufgefangene Sonnenenergie speichert. Zudem könnte man eine elektrisch betriebene Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser bauen. Kochen, heizen, Handys aufladen könnte man somit selber als eigener kleiner „Energiekonzern“. Man könnte sogar sein Elektroauto an das Stromnetz des Hauses schließen und über Nacht aufladen. Somit verringert sich die Abhängigkeit der Bürger zu den größeren Konzernen. Es findet eine Dezentralisierung der Stromversorgung statt: "Die Zeit der Großkraftwerke ist vorbei", so Herr Dr. Kolks. Klingt nach einem guten Plan; sehen wir, was die Zukunft uns zu bieten hat!
Die Fragerunde ging weiter und Herr Dr. Kolks antwortete auf die Frage, ob der Konzern die Energiewende in gewisser Weise "verschlafen" habe, dass e.on zwar relativ spät mit den erneuerbaren Energien in den Markt eingestiegen sei, aber, dass der Konzern gleichzeitig stets dabei sei, sich zu verbessern und autonomes Handeln zu jeder Zeit im Vordergrund stehe. Außerdem vertritt er die Meinung, dass die Themen rund um den Energiespeicher den Markt noch sehr stark verändern würden und eine Revolution im Bezug auf die Energien noch anstehe. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass Kooperationen sehr gut durchdacht würden, da der Kampf um die Durchsetzung einer bestimmten Technologie noch offen sei.
Im Hinblick auf das Unternehmen selber stellte Herr Kolks uns die drei Säulen e.ons vor: International erneuerbare Energien, Netze und Transport und Kundenlösungen. Außerdem betonte er, dass das Unternehmen eine Vertrauensbasis mit den Kunden aufbauen müsse. Technische Kompetenz, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit seien hierfür wichtige Faktoren.

Nach der Diskussion technischer Fragen kam das Gespräch wieder auf persönlichere Fragen. Herr Dr. Kolks erzählte uns, dass er seit 2005 im operativen Betrieb tätig sei und sein Alltag auf Grund der 50-60 Stunden pro Woche zwar stressig sei, aber, dass er seine Arbeit auch wertschätze und diese ihm Freude bringe. Seine Familie mit 5 Kindern gebe ihm immer den nötigen Rückhalt. Er gab uns Schülern den Rat, dass man sein Leben nicht perfekt geplant haben müsse und betonte, dass es viel mehr darauf ankomme, dass man nach Inspirationen suche und diese dann auch gezielt annehme.
Zusammenfassend lässt sich über unsere Gesprächsrunde mit Herrn Dr. Kolks sagen, dass uns als Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Politik und Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften spannender Einblick in die Welt der Energie geschenkt wurde. Wir freuen uns sehr auf den Besuch des e.on- Konzerns in München.

 

2016 11 Gespräch Dr. Kolks EON 44

 

Sowohl im Handelsblatt, als auch auf der Facebook-Seite von e.on wird es einen Bericht von dem Besuch und der Diskussion geben.
Fotos: Bert Bostelmann