Januar-WiTechWi-AES-Abend zum Thema Klimaschutz

Gerade erst sollte die Welt-Klimakonferenz die Erde vor katastrophaler Erwärmung retten, brachte aber nur den unverbindlichen Beschluss zustande, so viel CO2 einzusparen, dass die Temperatur nicht um mehr als zwei Grad ansteigt.

Ist dieses Ziel erreichbar? Das lässt sich prüfen, wenn man CO2-Gehalt und Temperatur der Atmosphäre für die jüngste Vergangenheit vergleicht. Beim gemeinsamen Januar-2010-Abend des Arbeitskreises Wissenschaft-Technologie-Wirtschaft (WiTechWi) der Kultur-kreisgesellschaft und der Albert-Einstein-Schule (AES) Schwalbach am 13. Januar 2010 berichtete Prof. Dr. Martin Trömel, Universität Frankfurt, darüber zum Thema „Klimaschutz durch CO2-Reduktion?“.

Sein Ergebnis: Das atmosphärische CO2 war nicht die Hauptursache der Erwärmung, und die industriellen CO2-Emissionen allein können die Zunahme dieses Gases in der Atmosphäre nicht erklären. Daher kann eine Verminderung dieser Emissionen als Klimaschutz nicht viel bewirken.

Zum selben Schluß führen Ergebnisse von Forschern, die das Klima im Verlauf der Erdge-schichte untersucht haben. Trotz zum Teil vielfach höherer CO2-Konzentrationen als heute gab es im Verlauf der letzten 500 Millionen Jahre Warm- und Kaltzeiten, in denen sich die Temperatur nur um 8 °C nach oben oder unten änderte. Vieles deutet darauf hin, dass die Ozeane als gigantische natürliche Klimaanlage wirken. In die Regelvorgänge, die da ablaufen, können wir nicht eingreifen, da dafür nicht genug Energie verfügbar ist.

Nach Trömels Vortrag und der lebendigen Pro-Contra-Diskussion von über zwei Stunden ergab sich folgendes Resümee:

Der Klimawandel wird sich nicht aufhalten lassen. Für manche Regionen werden seine Folgen günstig, für andere schädlich sein. Deshalb sollten die Mittel, die für einen zweifel-haften Klimaschutz aufgewendet werden müssten, besser zur Hilfe für die Menschen eingesetzt werden, die unter diesen Folgen zu leiden haben. Und Energieeinsparung durch effektive Nutzung sowie die Erschließung regenerativer Energien bleiben dringend erforderlich, nicht um das Klima zu schützen, sondern aus Kostengründen.

Beim nächsten WiTechWi-AES-Abend am 10.Februar 2010, 19.30 Uhr, im AES-Hörsaal, behandelt Prof. Dr.Thomas Bayer von der Provadis-Hochschule Frankfurt-Höchst das Thema „Mikroreaktionstechnik oder Chemie im Aktenkoffer. Was ist das? Welche Anwendungen gibt es? Wo sind die Grenzen dieser Technik“. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Der Eintritt ist frei.