Sprachlicher Schwerpunkt
An der Albert-Einstein-Schule gibt es ein umfassendes Fremdsprachenangebot, das Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Latein beinhaltet. Gegebenenfalls wird bei genügender Nachfrage auch Russisch angeboten.
Erste Fremdsprache: Englisch oder Französisch
Bei der Entscheidung, ob ein Kind in der Klasse 5 mit Englisch oder
Französisch beginnt, geht es nicht um ein Abwägen der Bedeutung
dieser beiden Sprachen. Unbestreitbar ist Englisch in unserem Lebensraum wichtiger
und wird häufiger benötigt als Französisch.
Dem trägt die Regelung Rechnung, daß das Kind, welches Französisch als 1. Fremdsprache wählt, in der 2. Fremdsprache (Klasse 7) Englisch wählen muß, während das Kind, das mit
Englisch beginnt, dann beispielsweise Latein wählen kann, also ganz ohne Französisch auskommt.
Solide Kenntnisse in zwei lebenden Fremdsprachen sind eine nützliche berufliche Zusatzqualifikation. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Entscheidung über die 1. Fremdsprache die zweite schon im Auge zu haben.
Die Grundlagen des Englischen lernen unsere Kinder leichter als die des Französischen. Das liegt z.B. an der Verwandtschaft unserer Sprache mit dem Englischen, an den verhältnismäßig einfachen Strukturen und der ständigen Berührung mit dieser Sprache auf vielen Gebieten (Songs usw.).
Französisch hingegen bereitet dem Anfänger eine Reihe von Problemen, sei es durch die Aussprache, die Rechtschreibung oder den Formenreichtum, der ein präzises Arbeiten mit grammatischen Regeln verlangt. Wegen dieser erhöhten Schwierigkeitsgrade scheint es sinnvoll zu sein, die altersbedingte größere Bereitschaft zum Nachsprechen (Ungezwungenheit, spielerisches Aneignen) in der Klasse 5 für Französisch zu nutzen. In der Klasse 7 nehmen Hemmungen (durch Pubertät bedingt) zu und erschweren die Arbeit. Für Englisch trifft das nicht in gleichem Maße zu, weil die oben angesprochene, fast alltägliche Berührung mit dieser Sprache schon zu einer gewissen Vertrautheit mit deren Lauten geführt hat.
Erfahrungsgemäß kommt man in der zweiten Fremdsprache Englisch auf ein höheres sprachliches Niveau als in Französisch. So führt die Fremdsprachenfolge Französisch (1.) - Englisch (2.) für den Schüler/die Schülerin in der Regel zu besseren Sprachkenntnissen in Englisch und Französisch. Das beweisen auch die guten und sehr guten Ergebnisse von Schülern/Schülerinnen mit dieser Sprachenfolge in den Leistungskursen der Oberstufe, und zwar nicht nur in Französisch, sondern eben auch in Englisch. Insofern ist diese Sprachenfolge zu empfehlen.
Zu bedenken sind aber die folgenden, eher schulorganisatorischen Gesichtspunkte mit unter Umständen erheblichen Auswirkungen auf die Schullaufbahn des Kindes.
In der Regel ist Englisch die 1. Fremdsprache. Bei Schulwechsel (z.B. Umzug der Eltern) läßt sich leicht eine Schule mit Englisch als 1. Fremdsprache finden, während Französisch als 1. Fremdsprache seltener angeboten wird.
Bei leistungsschwachen Kindern kommt hinzu, daß bei einem eventuell notwendig werdenden Wechsel der Schulform (z.B. zur Realschule oder zum Realschulzweig einer Gesamtschule) dort ebenfalls nur Englisch als 1. Fremdsprache angeboten wird, Englisch also nachgelernt werden muß.
Die angesprochenen Probleme zeigen, daß bei der Wahl der 1. Fremdsprache sehr sorgfältig vorgegangen werden muß. Wenn Bedenken hinsichtlich der allgemeinen schulischen Leistungsfähigkeit des Kindes bestehen oder wenn ein Schulwechsel von vornherein in Aussicht steht, sollte es auf jeden Fall bei Englisch bleiben.
Treffen aber diese Punkte nicht zu, dann kann je nach Neigung und Begabung des Kindes die Sprachenfolge Französisch (i.) - Englisch (2.) vorteilhaft sein.
Zweite Fremdsprache:
Latein oder Französisch
In der Klasse 7 beginnt der Unterricht in der 2. Fremdsprache. Während diese bei Schülern/innen mit Französisch als 1. Fremdsprache Englisch sein muß, kann bei Englisch als 1. Fremdsprache in der Klasse 7 zwischen Latein und Französisch gewählt werden.
Wegen der zunehmenden Bedeutung der modernen Fremdsprachen wird, auch unter dem Gesichtspunkt des Zusammenwachsens der europäischen Staaten, mit Recht überwiegend Französisch als 2. Fremdsprache gewählt.
Dennoch sprechen auch einige Gründe für Latein als 2. Fremdsprache:
Die intensive sprachlich-grammatikalische Schulung, die Tatsache, daß eine Reihe von Studienfächern Lateinkenntnisse voraussetzen und schließlich, daß manche Schüler/innen mit den modernen Fremdsprachen weniger gut zurechtkommen.
Latein kann als 2. Fremdsprache ab Klasse 7 nur dann eingerichtet werden, wenn eine vollständige Klasse entsteht, d.h. daß mindestens 25 Schüler/innen Latein wählen.
Latein kann aber auch als 3. Fremdsprache ab Klasse 9 gelernt werden. Wenn keine Lateinklasse in Klasse 7 zustandekam, wird ab Klasse 9 auch bei geringer Beteiligung ein Lateinkurs eingerichtet.
Das sogenannte Latinum, der für einige Studiengänge wichtige Nachweis von Lateinkenntnissen, wird bei der 2. Fremdsprache Latein am Ende der Stufe 11, bei der 3. Fremdsprache am Ende der Stufe 13 erreicht, jeweils bei ausreichenden Noten.

