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Besuch von Huguette Sylvestre - ein beeindruckendes Zeitzeugengespräch

Noch heute kann sie sich genau daran erinnern, wie sie 1939, als Zehnjährige, vor einem Plakat stand, auf dem Frankreichs Mobilmachung verkündet wurde.
77 Jahre später berichtete Huguette Sylvestre am Freitag, dem 23.9.2016 Schülern der Französisch Leistungskurse, aber auch interessierten Grundkursschülern, von ihrem jahrzehntelangen Einsatz für die Begegnung von deutschen und französischen Jugendlichen.

 

Für mehr als 5000 Schüler hat sie Austauschbegegnungen organisiert und zu diesem Zweck bereits vor 36 Jahren einen gemeinnützigen Verein, euram, gegründet.

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Und das, obwohl sie als Kind und Jugendliche mit Deutschland und den Deutschen nur Negatives verband und auch selbst nie deutsch gelernt hat. Das gehörte sich in der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht, so berichtet sie. Sie selbst erlebte nicht nur die Besatzungszeit Frankreichs mit, die vielen Einschränkungen und Rationierungen, sondern verlor kurz vor Kriegsende auch zwei Freunde, Widerstandskämpfer, die von den Deutschen gefangengenommen worden waren und später an den Folgen der Folter verstarben.
Aber, so zitierte sie Gerhard Bumb, einen ehemaligen Französischlehrer unserer Schule,“ il faut garder la mémoire, mais il ne faut pas garder la haine“ (man muss die Erinnerungen behalten, aber nicht den Hass). Heute seien Frankreich und Deutschland Freunde, die sich gegenseitig gut kennen und die Meinungsverschiedenheiten durch Gespräche lösen. So seien die beiden Länder zu einem Vorbild für die gesamte Welt geworden – und müssten dies auch bleiben. Es sei auch an den Jugendlichen dafür zu sorgen, dass der Frieden weiterbestehe. Vor allem aber sollten sie auch die Möglichkeiten nutzen, die dieser ihnen biete.
Sie selbst würde auch heute noch jedes Mal Freude verspüren, wenn sie die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland passiere, einfach weil sie sich noch gut an die Zeit erinnern könne, in der dies unvorstellbar gewesen sei. Sie erinnere sich auch noch gut daran, dass sie bei ihrem ersten Besuch in Deutschland der deutschen Bevölkerung, insbesondere Männern, die vom Alter her Soldaten gewesen sein könnten, zögerlich gegenübertrat. Ihre Bedenken hätten sich aber gelegt, als sie die Deutschen besser kennenlernen konnte.
Und so, betonte sie, sei es heute für sie eine große Freude vor den Schülern der AES zu sitzen, ihr Schlusswort lautete „Je suis très heureuse de vous voir devant moi - vous êtes mes enfants“ (Ich bin sehr glücklich, euch vor mir zu sehen - ihr seid meine Kinder).

 

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Huguette Sylvestre ist uns seit 25 Jahren eine unermüdliche Hilfe bei der Organisation unserer Frankreichaustausche mit dem Collège Les Martinets, dem Collège Marcel Pagnol und dem Lycée Richelieu in Rueil-Malmaison, der Partnerstadt von Bad Soden. Und sie ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie man das diesjährige Schuljubiläumsmotto „Vielfalt leben und lernen“ in die Tat umsetzen kann. Um ihr Engagement zu würdigen, überreicht ihr Frau Horn eine Urkunde und bedankte sich im Namen aller Französischlehrer der AES.

 

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