Bewegen, Leisten, Lernen: Pädagogischer Tag an der Albert-Einstein-Schule

Am 17. November 2004 beschäftigten sich die Lehrkräfte, Mitglieder des Schulelternbeirats sowie Vertreter/innen der SV der Albert-Einstein-Schule einen ganzen Tag lang mit dem Thema „ Bewegen, Lernen, Leisten “. Die Schülerinnen und Schüler hatten einen Studientag. Die Steuergruppe "Schulprogramm" gestaltete den Tag mit dem   Diplomsportlehrer, Motopädagogen und Sportdirektor des Landessportbundes Schleswig-Holstein Peter Pastuch. Seine beruflichen Stationen waren u. a. Leitung eines Sportgymnasiums in Schleswig-Holstein, Tätigkeit in der Kultusministerkonferenz und beim Hessischen Landesinstitut für Pädagogik.

Einem Wunsch der Kolleginnen und Kollegen folgend wurde ein gemeinsames Thema in den Mittelpunkt gestellt. Da in den letzten Jahren der Aspekt der Gesundheit von Schülerinnen und Schüler wie auch der von Lehrerinnen und Lehrern mehr und mehr in den Blick rückte, entschied sich die AES für das Thema Bewegen, Lernen, Leisten . Bestärkt auch durch Erkenntnisse des letzten pädagogischen Tages, an dem ganz deutlich wurde, dass Wohlfühlen in der Schule ein nicht zu vernachlässigender Aspekt von Schule ist. Nicht zuletzt hat dieses Thema bereits Bedeutung in den Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung des Schultages, wenn wir die gymnasiale Bildungszeit ab 2005/06 verkürzen. Schon Schülerinnen ab Klasse 6 sind dann von Nachmittagunterricht betroffen.

In einem Einführungsreferat stellte Herr Pastuch dar, dass der Mensch ein „Bewegungstier“ ist und Störungen der Bewegungsentwicklung immer gleichbedeutend mit Störungen der Gesamtentwicklung sind. Er machte an Beispielen deutlich, dass lernunterstützende und –begleitende Bewegung „sinnvoll und sinnhaft“ sein muss.
In einem Lernprozess unterscheidet er 3 Phasen: Wahrnehmung – Verarbeitung – Speicherung. Er beeindruckte mit Beispielen, in denen er verdeutlichte, dass der Bewegung sowohl in der Wahrnehmungsphase (mit allen Sinnen lernen!) als auch in der Speicherungsphase (Bewegung als sensorische Entlastung!) eine besondere Bedeutung zukommt. Für das Lernen ist neben Anspannungsphasen Entspannung unabdingbar.

In der folgenden Stunde erlebten und erprobten die Lehrkräfte „bewegende Lernhilfen“. Frisbees flogen durch die Aula, Vokabeln wurden aufgesagt, bunte Bierdeckel landeten nicht dort, wo sie sollten und vorgegebene Wege (Ampelfarben, rot – weiß – weiß ...) wurden - so gut es ging - befolgt. Ganz wie im richtigen Schulalltag.

Aufgelockert ging es dann in die Arbeitsgruppen. Vor und nach dem Mittagessen entwickelten Fachgruppen praktische Ideen und Konzepte für den eigenen Unterricht. Die Ergebnisse wurden festgehalten und im Lehrerzimmer ausgestellt. Viele Ergebnisse fließen in die Arbeit der Fachkonferenzen ein. Ob jede Lehrkraft ihre Hausaufgabe erfüllt hat, nämlich in ihrer ersten Stunde am folgenden Tag eine Idee umzusetzen, können die Schüler/innen beantworten. Und in ihrem Sinne werden fruchtbare Ergebnisse in die tägliche Arbeit einfließen.

Beeindruckt hat die Begehung des Pausenbereichs gemeinsam mit Herrn Pastuch. Er schilderte seine Eindrücke, die er beim Rundgang empfand und gab damit Anreize für eine Abgrenzung von Laufflächen, Flanierflächen und Kommunikationsflächen sowie Ruhebereichen und vielem mehr.

Eine weitere Veranstaltung für Eltern ist geplant, denn mit einigen Punkten (Anspannung – Entspannung) seiner Ausführungen sprach Peter Pastuch den häuslichen Bereich an.

Weitere Informationen unter http://www.sport-creativ.de/

Anke Horn, StD'n