Girlsnightout von Gesine Danckwart
Neben den z.Zt. laufenden DS-Kursen hat die Albert-Einstein-Schule wieder einmal eine Theater AG für besonders begabte Schülerinnen angeboten. Unter der Regie-Anleitung von Michael Gonszar spielen Jennifer Keller, Alexandra Jost und Svetlana Wiens aus der Stufe 13
Der Text ist geschrieben für drei Schauspielerinnen. Ohne die übliche dialogische Zuordnung, ohne Angabe von Namen, Orten oder szenischen Anweisungen, lässt er die nötige Offenheit für eine kreative Theaterarbeit, die der Textpartitur eine dramaturgische Struktur geben muss, um daraus Figuren und Handlungen zu erfinden. Danckwart hat drei Stimmen ineinander komponiert; aus den verschlungenen Monologen des Textteppichs schälen sich Menschen heraus, die sich manchmal aus dem Inneren vorwagen, gelegentlich in Dialoge treten, oft aber aus Angst vor Enttäuschung ihrer Träger im entscheidenden Moment abbrechen.
Drei zunächst 15jährige Mädchen, später drei Frauen im Alter zwischen 25 und 30, sind immer im Aufbruch. Im verplätschernden Meer der Zeit reden sie sich eifrig, gutgelaunt und verzweifelt, in Stimmung. Es bleibt viel Raum für Assoziationen, auch für ausgereizte Dynamik zwischen nachdenklich klingender Stille, hektischer Betriebsamkeit und hysterischen Ausbrüchen. Im Wechsel zwischen Frust und kleinen Siegen versteckt sich oft Tristesse. Die drei Mädchen resp. Frauen bekämpfen ihre Angst, rufen Sehnsüchte ab, proben vorsorgliche Abgeklärtheit, suchen nach Glück und Weisheiten, die das Leben erklären und erträglich machen. Das Ganze mischt sich zu äußerlich fröhlich-zickigem Geschnatter, das trotz aller Genderdebatten immer noch eindeutig als weiblich gilt.
Natürlich meinen Männer zu wissen, wie Frauen so sind, wenn sie unter sich sind. Ganz sicher sind sie sich dabei aber nicht. Die Frage, wessen Vergnügen größer ist, das der voyeuristisch sich amüsierenden Männer („so klingt das, wenn Frauen unter sich sind“) oder das der kennerhaft sich wiederfindenden Frauen („ja, genauso klingt das“!), wird in den Aufführungen zu klären sein.
Gesine Danckwart,
geboren 1969 in Elmshorn und aufgewachsen auf dem Land bei Lübeck, arbeitete in verschiedenen Funktionen an Theatern in Wien, Mülheim und Berlin. Neben dem Studium der Theaterwissenschaft gründete sie eine Spielstätte für freies Theater in Berlin-Moabit. Ausgehend von Regie- und Performanceprojekten entstand die Arbeit an eigenen Stücken. Gesine Danckwart lebt und arbeitet als Theatermacherin und Autorin in Berlin.
Preise und Auszeichnungen: Günther-Grass-Stipendium/Wewelsfleth, 1999
Autorenstipendium der Stadt Berlin, 2000 Einladung zum Heidelberger Stückemarkt mit "Traummaschine", 2000 Weitere Theaterstücke:
"Überall in der Badewanne wo nicht Wasser ist"
UA Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 2000
"Traummaschine“ , "Arschkarte"
UA Junges Theater Göttingen, 2000
"Summerwine"
UA Forum Freies Theater Düsseldorf, 2001
"Meinnicht"
UA Thalia Theater Hamburg, Oktober 2002
"Täglich Brot"
UA Theaterhaus Jena (in Kooperation mit Sophiensäle Berlin, TIF Dresden
und Thalia Theater Hamburg), 2001

