Ausstellungseröffnung
"Sichten auf Afrika - Magie,
Leben und Tod" lautet der Titel der ca. 2 x 2 Meter großen Collage,
die Jana Glatz und Sarah Hohmann im Rahmen der Projektarbeitswoche 2004 an
der Albert-Einstein-Schule gestaltet haben. Zur Collage ist auch eine CD-Präsentation
erstellt worden.
Die Collage ist einige Wochen im Rahmen der Interkuturellen Wochen im Bürgerhaus
ausgestellt. 
Jana Glatz und Sarah Hohmann vor der Collage
Die dunklen Seiten des Schwarzen Kontinents
Höchster Kreisblatt vom 14.09.2004
Schwalbach.
Der Kilimandscharo, mit 5895 Metern
Afrikas höchster Berg, ist in der Mitte zu sehen. Davor sitzen Wilderer,
die einem Elefanten die Stoßzähne abgeschlagen haben. Weiter unten
sind etliche abgemagerte Körper abgebildet, und hungernde Kinder mit
offenen Mündern lechzen nach den Regentropfen, die vom Himmel fallen.
Eine große, rote Aids-Schleife ragt aus dem Bild heraus und symbolisiert
die Krankheit, an der in Afrika so viele Menschen leiden.
Auf rund zwei mal zwei Metern haben die ehemaligen Schülerinnen der Albert-Einstein-Schule,
Jana Glatz und Sarah Hohmann, kurz vor dem Abitur in diesem Jahr Themen festgehalten,
die sie mit dem Schwarzen Kontinent und dem Leben in der Dritten Welt verbinden.
In einer
fächerübergreifenden Projektwoche entwarfen sie die Collage und
arbeiteten zwei weitere Wochen an ihrem Werk zu Hause weiter. Diese Mühe
hat sich gelohnt. Denn von Kunstlehrer Hartwig Möllencamp und dem Politik-
und Wirtschaftslehrer Volker Kocanda gab es für diese Arbeit die bestmögliche
Benotung von 15 Punkten, und während der gestern eröffneten Interkulturellen
Wochen hängt das Bild nun bis 6. Oktober im Bürgerhaus-Foyer im
ersten Stock. «Sichten auf Afrika – Magie, Leben und Tod» haben
die beiden 19-Jährigen ihre Collage getauft. Im Unterricht und durch
private Recherche im Internet haben sich die ehemaligen Schülerinnen
über Afrika schlau gemacht. Bei der in Eschborn ansässigen Entwicklungshilfefirma
Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) besorgten sie sich Infomaterial.
Mehrere mit Leinen bezogene Rechtecke sind in verschiedenen Größen
entstanden, die die Künstlerinnen im Umriss des Erdteils auf einer mit
schwarzem Stoff überzogenen Holzkonstruktion aneinander fügten.
«Wer daran vorbei geht, denkt zunächst, wie schön bunt das
alles ist und ,Wow Afrika!', aber der Schein trügt», erklärt
Jana Glatz. Themen-Ecken nennt sie die verschiedenen Schwerpunkte, die in
der Collage von Beschneidung junger Mädchen über Korruption bis
hin zum Thema Mutter Natur unterschiedliche Aspekte ansprechen. Ob selbst
Kreiertes mit Acryl-Farbe oder eben plastisch integrierte Bildzitate: Die
mit Pappmaché gearbeitet sind, die Botschaft wird deutlich. «Diese
Dritte Welt ist nicht irgendwo! Sie ist real, sie ist hier und . . . sie ist
unsere Welt!» – dieses und andere Zitate haben die ehemaligen Schülerinnen
hinzugefügt.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema war für beide so intensiv, dass
sie eigentlich geplant hatten, nach dem Abitur Afrika zu besuchen. Ruanda
interessiert vor allem Sarah. Doch auf Grund von Unruhen und Bürgerkriegen
haben die beiden Mädchen den Trip verschoben. Die Faszination bleibt
dennoch. Und während Jana noch an diesem Mittwoch für zunächst
vier geplante Monate nach Guatemala ausreisen wird, um in einem sozialen Projekt
zu arbeiten, spielt Sarah mit dem Gedanken, Sozialwissenschaften zu studieren,
um dann vielleicht einmal im Entwicklungshilfebereich der GTZ zu arbeiten.
(ts)
Interkulturelle Wochen
Seit vielen Jahren beteiligt sich die AES an der Planung, Vorbereitung und Organisation der Interkulturellen Wochen, die in Schwalbach seit 16 Jahren stattfinden. Wieder haben sich viele verschiedene Veranstalter (u.a. Deutsch-Ausländische Gemeinschaft, der Kulturkreis, die Kirchen und die Stadt Schwalbach) zusammen getan, um eine große Vielfalt an Veranstaltungen anzubieten .
Von Lesungen (bisher: Habib Bektas, Nevfel Cumart und Azouz Begag) bis zur Interreligiösen Stunde, von der Gesprächsrunde mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern (diesjähriges Thema: „Untergang des Abendlandes? Das Kopftuch im Blickpunkt der Öffentlichkeit“) bis zum Höhepunkt der Wochen, dem großen Interkulturellen Fest reichen die Veranstaltungen.
Die Schüler sind nicht nur als „Konsumenten“ (bei Lesungen und Kinderkulturkarawane) sondern als Mitorganisatoren an den Interkult. Wochen beteiligt, im letzten Jahr mit der Ausstellung „Kinder dieser Welt“, in diesem Jahr mit der Collage „Sichten auf Afrika- Magie, Leben und Tod“.
V. Kocanda

