Von merkwürdigen Gebilden, Farnwedeln und Küstenstreifen

Printausgabe Hoechster Kreisblatt vom 19.10.2004

Von Jürgen Dehl

Schwalbach. Gewaltprävention, Erste Hilfe und andere Themen, die während der Projekt- und Wanderwoche abgehandelt werden, ließen wir in diesem Jahr beim Besuch der Albert-Einstein-Schule links liegen. Stattdessen schnupperte der Schreiber in eine Unterrichtsstunde, in der es um Präsentation ging. Künftig ist es in Hessen möglich, sich in einem Fach in einer Präsentation prüfen zu lassen. Das heißt natürlich nicht, dass bunt-muntere Computeranimationen und kesse Bildchen mangelndes Wissen überlagern dürfen.

Katja Bigge und André Rimbach befassten sich mit einem Thema so kompliziert wie spannend. Sie nannten ihre Arbeit «Die Grenzen der Geometrie» und befassten sich mit der «Fraktalen Geometrie», Grundlage der «Chaostheorie». Wie André betonte, ging es ihm darum, seinen Hörern einen allgemeinen Eindruck der komplexen Materie zu vermitteln. Fraktale Geometrie (von lateinisch fractus = gebrochen) ist ein sehr junges Teilgebiet der Mathematik. Es befasst sich mit Objekten, die eine sehr hohe «Selbstähnlichkeit» aufweisen. Der junge Referent verdeutlichte das mit einem Farnwedel. Jedes Teilblättchen des Wedels weist alle Formen und Eigenschaften des gesamten Wedels auf. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit Küstenstreifen: In jedem Teil findet sich deren Gesamtheit wieder und umgekehrt. «Wo aber ist der praktische Nutzen?», wird sich mancher fragen. André verwies auf Vorausberechnungen beim Wetter. Auch ein Verkehrsstau bietet da reichlich Anwendungsgebiete. Allerdings muss eingeschränkt werden, dass für diese Berechnungen unzählige Faktoren berücksichtigt werden müssen. Logisch, dass es zu Unstimmigkeiten kommt. Doch die junge «Chaostheorie» bietet noch viel Stoff fürs Forschen.

Katja Bigge widmete sich vor allem den mathematischen Formeln zum Berechnen von Fraktalen. Um die Materie anschaulich zu machen, führte sie den Hörern das «Sierpinskische Dreieck» vor. Benannt nach dem Mathematiker Waclaw Sierpinski (1882-1969) ist dieses Dreieck ein merkwürdiges Gebilde. Es können darin unendliche viele Dreiecke untergebracht sein, und das kann in jedem dieser «untergebrachten Dreiecke» wiederum unendlich fortgesetzt werden; was einleuchtender Weise Theorie ist.

Nach den Präsentationen bat Lehrerin Anke Horn um Stellungnahmen der Mitschüler. Fazit: «Gut ausgearbeitet!» An der Vortragsweise gab es einige kleinere Kritiken. Auch Anke Horn bestätigte den beiden Gymnasiasten: «Prima!» Dem muss sich der Zeitungsmensch anschließen. Gerne gibt er zu, dass er in Sachen Mathematik und Physik reichlich unbedarft ist. Aber André und Katja vermittelten ihm eine ungefähre Ahnung von der Sache.

 

Bei den blauen Männern

Printausgabe der Schwalbacher Zeitung vom 24.11.2004

Donnerstag, 18.11., 11.14 Uhr - Auf Klassenfahrt waren im Oktober die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a in Berlin. Auf dem Programm stand auch ein Besuch bei Prof. Heinz Riesenhuber (CDU) im Reichstag.


Die Klasse 10a der Albert-Einstein-Schule
vor dem Reichstag in Berlin


Dank der Einladung des Bundestagsabgeordneten konnte die Klasse von Michael Herrmann nicht nur das Bundeskanzleramt und den Bundestag im Reichstagsgebäude besuchen, sondern auch ein Mittagessen im Paul-Löbe-Haus einnehmen. Im Anschluss stand die Referentin von Heinz Riesenhuber zu einer Gesprächsrunde zur Verfügung.

Die beiden Lehrkräfte, Doris und Michael Herrmann, stellten fest, dass die Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das `politische Berlin´ gewonnen hatten, der über die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten weit hinaus ging.

Die politischen und geschichtlichen Programmpunkte der Klassenfahrt wurden vervollständigt durch Besuche der Gedenkstätte des deutschen Widerstands und des Deutschen Doms sowie der dortigen Ausstellungen zum Thema `Die Entwicklung der parlamentarische Demokratie in Deutschland´.

Neben dem poltisch-geschichtlichen Schwerpunkt gab es ein kulturelles Programm: So besuchten die Schülerinnen und Schüler unter anderem das Pergamonmuseum. `Besonders hat sich die Klasse gewünscht´, so Klassenlehrer Michael Herrmann, `eine abendliche Show der Blue Man Group zu besuchen.´ Überaus begeistert zeigten sich die Schüler nach dem Besuch der Multimedia-Show und bezeichneten sie als einen `Höhepunkt der Klassenfahrt.´