Schülerinnen und Schüler beim Finale des Vorlesewettbewerbes der Albert-Einstein-Schule
Hannahs lebhafter Stil überzeugt die Jury
(Printausgabe Höchster Kreisblatt 12.12.2005)
Schwalbach. Ungefähr 40 Kinder haben auf den im Halbkreis aufgestellten Stühlen in einem kleinen Saal der Albert-Einstein-Schule Platz genommen. Sie begleiten und unterstützen ihre Klassenkameraden bei einer besonderen Herausforderung. Aus jeder der fünf 6. Klassen tritt der beste Leser zum Vorlesewettbewerb gegen die anderen Mitbewerber an. Derjenige Schüler, der von einer Jury aus Lehrern und Schülern des Gymnasiums als Sieger ausgewählt wird, darf im Februar in der nächsten Runde gegen die Sieger der anderen Schulen des Main-Taunus-Kreises antreten und sich so vielleicht weiter qualifizieren. Der bundesweite Vorlesewettbewerb wird alljährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet, und die Albert-Einstein-Schule nimmt schon seit Jahren daran teil.
In diesem
Jahr treten vier Mädchen und ein Junge gegeneinander an. Zunächst
lesen Julia Geschwendtner (Klasse 6 a), Frederike Lutz (Klasse 6 b), Julian
Mackenthun (Klasse 6 c), Hannah Böttcher (Klasse 6 d) und Sandra Kinkel
(Klasse 6 e) einen Abschnitt aus selbst mitgebrachten und allein ausgewählten
Büchern vor.
Alle sind aufgeregt, insbesondere Julian hat es schwer. Der Junge hat sein
Buch vergessen und muss nun einen Text lesen, auf den er sich nicht vorbereiten
konnte. Trotzdem gelingt es ihm und seinen Mitbewerberinnen, die Zuhörer
– nach einer kleinen Vorstellung ihrer Bücher – in ihren Bann zu ziehen.
Die Kinder haben sich meist aktuelle Fantasy-Geschichten ausgesucht. Es wimmelt
von Geistern, unglaublichen Gestalten und gefährlichen Abenteuern. Doch
auch Klassiker werden vorgelesen. So traut sich Julia Geschwendter an «Der
kleine Nick» von René Goscinny und Albert Uderzo heran, dessen
Komik in der kindlichen Sprache und den alltäglichen Problemen des kleinen
Nick liegt.
Nachdem die Sechstklässler gelesen haben und von ihren Mitschülern
mit Applaus bedacht worden sind, zieht sich die Jury zurück und berät.
Doch noch können sich die Juroren – vier Mädchen und ein Junge sowie
vier Deutschlehrer – nicht entscheiden. Fair wägen sie die Vor- und Nachteile
der Kandidaten ab. Doch alle fünf Leseratten müssen in die zweite
Runde und aus einem unbekannten Buch lesen, das Lehrer Reinhard Schmidt ausgesucht
hat.
Hannah Böttcher ist diesmal als Zweite an der Reihe. Ohne zu stocken
liest sie den Text. Ihre klare Stimme ist im ganzen Raum gut zu verstehen
und mit ihrem lebhaften Lesestil zeigt sie, wie viel Spaß sie selbst
am Lesen hat. Nur die kleinen roten Flecken auf den Wangen des zierlichen
Mädchens sind ein kleiner Hinweis auf ihre Aufregung. Nach ihrem Vortrag
weiß die Jury, wen sie als Sieger im kommenden Februar nach Hofheim
schicken möchte: Hannah gewinnt, und alle anderen werden knappe Zweite.
Vielleicht ist es Hannahs ungezwungene, natürliche Art, die ihr den Sieg
des Schulwettbewerbs sichert. Vielleicht sind es aber auch familiäre
Gene. Denn vor ein paar Jahren hatte ihr Bruder Jacob schon mal als bester
Leser den Schulwettbewerb gewonnen. (ase)

