Der Sternenhimmel im Oktober

Sollten Sie in diesem Monat mal das Glück haben, ausnahmsweise einmal wieder ohne Regen einen Abendspaziergang zu machen, werfen Sie doch einen Blick auf den Sternenhimmel. Zuerst wird Ihnen das Viereck im Sternbild Pegasus auffallen. Lassen Sie Ihre Blicke in Richtung Nordosten schweifen und Sie entdecken M31 (der Andromedanebel). Es handelt sich hierbei um den wohl weit entferntesten Himmelskörper, den wir mit bloßen Augen erkennen können. Früher dachten die Menschen, die kleinen weißen Schleier am Himmel seien Nebel, doch mittlerweile wissen wir, dass es sich hierbei um Galaxien handelt. Nördlich vom Andromedanebel liegt eines der wohl bekanntesten Sternbilder: Kassiopeia, das Himmels-W. Weiter geht es in Richtung Kepheus, einem Sternbild, das aussieht wie ein Haus und von hieraus nordwestlich zum Schwan. Das Sommerdreieck, bestehend aus Wega, Deneb und Atair bewegt sich langsam nach Westen aus unserem Blickfeld.

In diesem Monat möchten wir Sie auf ein besonderes Ereignis am Nachthimmel aufmerksam machen. Am 28.Oktober wandert der Mond in den Kernschatten der Erde. Hierbei wird er rötlich. Um 4:23 Uhr können Sie dann eine totale Mondfinsternis beobachten. Die totale Verfinsterung dauert bis 5:44 Uhr. Danach wandert der Mond aus dem Kernschatten der Erde heraus. Wenn sie an einem der restlichen Tage des Monats einmal Zeit haben, in den Himmel zu schauen, dann können Sie, in den frühen Morgenstunden, Venus als strahlenden Morgenstern am Osthimmel beobachten. Ebenfalls sieht man den etwas weiter entfernten Saturn, der sich zum ungefähr gleichen Zeitpunkt am Sternenhimmel erblicken lässt.

Wie   auch in unserer Skizze zu sehen ist, lassen sich auch Uranus und Neptun, allerdings nur mit einem Fernrohr, im Morgengrauen beobachten.

Unser Sternbild des Monats Oktober ist Pegasus. Man erkennt Pegasus am Himmel an den vier leuchtenden Sternen, die ein fast quadratisches Viereck bilden. Der markanteste dieser Sterne ist Scheat (ein roter Riese). Er ist 200 Lichtjahre von unserer Erde entfernt (1 Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt). Der Durchmesser beträgt 200 Millionen Kilometer und seine Leuchtkraft entspricht 300 Sonnen. Wenn Scheat im Zentrum unseres Sonnensystems stehen würde, dann würde er Merkur, Venus und auch die Erde verschlingen.

Pegasus erkennt man um ca. 22:00 Uhr Mittel-Europäischer Zeit, indem man auf mittlerer Höhe in den Süden schaut. Der Sage nach, entsprang Pegasus, ein geflügeltes Pferd, aus dem Hals der geköpften Medusa.

Westlich vom Sternbild Pegasus, mit seinen 50 Lichtjahren Entfernung, ohne Feldstecher nicht erkennbar, findet man den Stern 51 Pegasi. Dieser Stern hat einen Durchmesser von 1,5 Millionen Kilometern und eine Leuchtkraft von einer Sonne. Er wurde dadurch berühmt, dass 1995 in seiner Nähe der erste Exoplanet (ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems) entdeckt wurde. Die Zeit, die dieser Planet benötigt, um 51 Pegasi einmal zu umrunden, beträgt 4 Tag. Weil er „nur“ 7,5 Millionen Kilometer von seiner Sonne entfernt ist, herrschen in seiner Atmosphäre über 900°C.

Wahlpflichtkurs Astronomie der Stufe 9, betreuender Lehrer Herr Froeseler