Sternenhimmel im Juni 2005
Im Juni ist allgemein wenig zu sehen, da die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, also erst sehr spät untergeht und somit die Sterne erst gegen Mitternacht zu beobachten sind. Nichts desto Trotz: das Frühlingsdreieck, bestehend aus Arktur (Bootes), Regulus (Löwe) und Spica (Jungfrau) ist immer noch gut zu erkennen. Ebenfalls sichtbar am Westhimmel ist der große Wagen und am Nordwesthorizont die Zwillinge sowie der Fuhrmann. Ungefähr auf der Nord- Südlinie steht die Waage und der Skorpion. Weiter im Süd- Osten rücken die Sommersternbilder Leier mit ihrem Hauptstern Wega, Adler mit Hauptstern Atair und Schwan mit Hauptstern Deneb immer näher.

In unserem Sternbild des Monats, der Leier (Lyra), befindet sich der scheinbar fünfthellste Stern am Nachthimmel, die Wega (Arabisch: Adler). Er kommt damit in der Reihenfolge der für uns hellsten Sterne, nach Sirius, Canopus, Alpha Centauri und Arktur. Wega ist "nur" 25, 3 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist deshalb, obwohl sie nur 50 Lichtkräfte der Sonne hat, so hell. Zusammen mit Deneb im Schwan und Atair im Adler bildet Wega das große Sommerdreieck. Interessant ist die Tatsache, dass unser Sonnensystem auf einen Punkt südwestlich von Wega mit etwa 20 km/s zufliegt.
Ein weiteres Objekt in der Leier ist Epsilon Lyrae, der direkt neben der Wega liegt und ohne Hilfsmittel wie ein normaler Stern aussieht. Wenn man jedoch ein Fernglas benutzt, kann man e Lyrae schon in zwei Sterne aufteilen. Ein Amateurteleskop macht schließlich deutlich, dass e Lyrae aus 2 Sternen besteht, die jeweils wiederum einen Begleiter haben. Aus diesem Grund nennt man e Lyrae auch Doppel- Doppel Stern. Alle Sterne zusammen sind von uns etwa 130 Lichtjahre entfernt.
Wenn sie im Besitz eines guten Teleskops sind, dann können sie in diesem Monat folgende Planeten beobachten.
Zum einen den Pluto, der am 14. Juni in Opposition zur Sonne steht.
Ein weiterer sichtbarer Planet ist der Jupiter, der rechtläufig durch das Sternbild Jungfrau wandert und schon mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Im Nordwesten befindet sich den ganzen Monat über die Venus und ab dem 15. Juni der Merkur, der nur kurz nach Sonnenuntergang erblickt werden kann. Und zu guter Letzt der Mars, der den ganzen Monat sichtbar ist.
Ein schönes Objekt in der Leier ist der Ringnebel M 57, den man schon mit einem kleinen Teleskop als "Rauchring" erkennen kann. Er entstand durch die Explosion eines Sterns. Es blieb ein bläulicher Zentralstern mit einer 70000 °C heißen Oberfläche und das regenbogenfarbene Ringgebilde übrig. Sterne mit mehr Masse, wie z. B. Beteigeuze werden nach ihrer Explosion zu einem schwarzen Loch, doch M 57 hatte zu wenig Masse. Sein Durchmesser beträgt ½ Lichtjahr, seine Entfernung zu uns rund 2000 Lichtjahre.

