Sternenhimmel im Dezember

Wenn Sie sich den Sternenhimmel in diesen Monat etwas genauer anschauen, wird Ihnen auffallen, dass die typischen Herbststernbilder schon ziemlich weit in den Westen gerückt sind. Nur Perseus steht nun fast im Zenit, was einem die Möglichkeit gibt auch den Stern Algol (im Perseus) etwas genauer zu betracheten.

Im Südwesten/Süden kann man nun die zwar schwachen aber sehr großen Sternbilder wie Wassermann, Walfisch und Eridanus sehen (von Westen). Der Fluss Eridanus ist bei uns übrigens nie ganz zu sehen, da er in den südlichen Himmel übergeht. Er beginnt bei dem Stern Rigel im Sternbild Orion, schlängelt sich dann in westliche Richtung, bevor er einen Bogen nach Süden schlägt. Er wird "Fluss" genannt, weil die alten Ägypter in ihm den Totenfluss Eridanus sehen, der die Toten ins Jenseits bringt.

Am Osthimmel versammeln sich so langsam die hellen Wintersternbilder, wie z.B. auch das Wintersechseck. Es setzt sich aus den folgenden 6 Sternen zusammen:
Rigel im Sternbild Orion; Sirius im Großen Hund (der scheinbar hellste Fixstern am Nordhimmel); Prokyon im Kleinen Hund; Pollux und Kastor im Sternbild Zwillinge (zählen als ein Stern); Kapella im Fuhrmann und Aldebaran im Sternbild Stier.
Ebenfalls gut zu sehen ist der Saturn in der Nähe des Sternbildes Zwillinge.

Das Sternbild Perseus

Dieses mal möchten wir ihnen den Stern Algenib im Sternbild Perseus vorstellen. Algenib ist 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und ein Überriese. Sein Durchmesser beträgt 70 Millionen Kilometer. Würde er an Stelle unserer Sonne stehen, würde sein Feuerball bis zur Umlaufbahn des Merkurs reichen. Das heißt er ist 50-mal größer als die Sonne und sitzt in der Mitte des Sternbildes Perseus. Er hat auf Grund seiner Größe, wahrscheinlich ein sehr kurzes Leben. Dieses wird in einer Supernova-Explosion enden. Eine Supernova ist eine riesige Explosion, die sehr massereiche Sterne ereilt.

Der Stern dieses Monats ist Algol. Er ist wegen seines auffälliges Blinkens
berühmt. Dieses entsteht durch einen Stern, der ihn in einer Periode von 69
Stunden bedeckt. Diese Art von Sternen nennt man auch Bedeckungsveränderliche.
Der kleine Begleiter ist zwar 4-mal heller als unsere Sonne aber im Verleich zu dem Hauptstern, der 100-mal heller ist als unsere Sonne, relativ dunkel. Algol ist 93 Lichtjahre von unserer Erde entfernt und hat einen Durchmesser von 3,5 Millionen km. Wir möchten noch anmerken, dass Algol der erstgefundene bedeckungsveränderliche Stern ist.

Zum Abschluss möchten wir ihnen zwei berühmte Doppelsternhaufen vorstellen.
Sie heißen H und Chi Persei. Sie befinden sich in der nordwestlichen Ecke von Perseus. Die beiden 7600 Lichtjahre entfernten Sternhaufen sind weniger als 10 Millionen Jahre alt, was in der Astronomie als sehr jung gilt. Mit einem guten Teleskop bleibt der Anblick dieser beiden Sternhaufen einfach unvergesslich. Bei einer Ausdehnung von 70 Lichtjahren enthalten sie jeweils ca. 300 Sterne. In diesem Sternhaufen sich auch viele Überriesen. Diese Sternhaufen strahlen heller als 1000 Sonnen. Sie zählen zu den schönsten in unserer Galaxie.

Wahlpflichtkurs Astronomie der Stufe 9