Sternenhimmel im April

In diesem Monat zeigen wir Ihnen, was sie am Himmel entdecken können. Im April präsentiert sich der sternenreiche Abendhimmel als tierreicher "Zoo".

Neben dem Großen Bären hoch im Zenit und dem Löwen hoch am Südhimmel, findet man noch den kleinen Bären, die Giraffe und den Luchs hoch am Westhimmel, den Krebs im Südwesten die Wasserschlange im Süden und die Jagdhunde sowie den Drachen am Osthimmel. Am 3. April können Sie bei Sonnenuntergang den Jupiter im Sternbild Jungfrau beobachten, da er in Opposition zur Sonne steht. Das heißt, dass der Jupiter und die Sonne in einer Reihe stehen. Außerdem ist der Saturn zu beobachten, der nun wieder von West nach Ost durch das Sternbild Zwillinge wandert.

Am 3. April können sie den Jupiter am Nachthimmel gut mit bloßem Auge erblicken. Vier Tage später stehen vier der Monde vom Jupiter in einer Reihe, und zwar Io, Europa, Ganymed. Diese Monde heißen Galileischen Monde, weil Galileo Galilei sie 1610 erstmals mit dem Fernrohr entdeckte. Man kann die Monde eineinhalb Stunden mit einem Fernglas, Fernrohr oder mit einem Teleskop am Himmel, ca. zwanzig Grad über dem Horizont im Ostsüdosten, beobachten. Die vier Hauptmonde vom Jupiter erkennt man direkt neben dem Jupiter aufgereiht in ihrem natürlichen Abstand. Man entdeckt heute immer noch neue Jupiter Monde. Zur Zeit sind es etwa um die 50. Doch der größte Mond im Sonnensystem ist der Ganymed.

Es gibt auch in diesem Monat gleich zwei astronomisch-historische Ereignisse zu nennen: Zum einem startete am 1.4.1960 der 1. Wettersatellit (Tiros I), den die Amerikaner entwickelten, ins All. Er war mit zwei Fernsehkameras ausgestattet und konnte immer nur in ein und dieselbe Richtung schauen, sodass er heutzutage etwas veraltet wirkt. Trotzdem war er 78 Tage lang in der Lage über tausende von Bildern zur Erde zu schicken und so die meteorologischen Vorhersagen zu Verbessern. Zum anderen wurde einer der berühmtesten Sätze, "Houston, wir haben ein Problem" am 11.4.1970 von der Apollo 13 zur Erde geschickt. Zu dieser Aussage kam es, weil nach knapp 56 Stunden einer der äußeren Sauerstofftanks explodierte. Dennoch konnten die Astronauten durch einen enormen Aufwand seitens der NASA gerettet werden.

Unser besonderes Sternbild des Monat ist der Löwe. Regulus, was übersetzt "kleiner König" heißt, ist ein blauer Riese. Er steht mit seiner Leuchtkraft von 140 Sonnen auf Platz 21 der hellsten Sterne. Seine Lebenserwartung beträgt noch ca. 100 000 000 Jahre, was astronomisch gesehen, sehr kurz ist. R Leonis ist leicht bei der Tatze des Löwens zu finden. Er ist ein roter Überriese, dessen Leuchtkraft 260 Sonnen entspricht. Durch ein gutes Amateur-Teleskop ist seine intensive Rotfärbung deutlich zu erkennen. Nur alle 312 Tage ist er mit dem bloßem Auge sichtbar, weil er ein pulsierender Stern ist, d.h. er hat eine periodische Volumenveränderung. Alle anderen Tage bzw. Nächte ist er nur mit Fernglas oder Fernrohr zu beobachten.