Reichlich Beifall auch ohne „Heimvorteil“

Printausgabe des Hoechster Kreisblattes vom 3.07.2006

Schwalbach. Auf ihren „Heimvorteil“ haben die Nachwuchsmusiker der Albert-Einstein-Schule (AES) bei ihrem Sommerkonzert dieses Mal verzichten müssen. Sie mussten in die repräsentativen Räume der Industrie- und Handelskammer nach Frankfurt am Börsenplatz ausweichen, weil das Schwalbacher Bürgerhaus noch renoviert wird. „Aber weder der weitere Weg noch die Konkurrenz von Fußballübertragungen hielten das Publikum zurück“, freuten sich die Schwalbacher Gymnasiasten. „Und so konnten die jungen Musiker vor gut gefülltem Haus ihr Können demonstrieren und reichlich Beifall ernten.“ Unterhaltsames und Ergreifendes – in kleiner und großer Besetzung, von jungen und älteren Schülern aufgeführt – begeisterten das Publikum: Zugabe inklusive.
Zunächst erfreute das Vororchester, eine vielköpfige Bläser- und Streicherformation. Der musikalische Nachwuchs der Schule spielte traditionelle Klassik (ein Händel-Menuett), aber auch traditionellen Jazz unter der Leitung von Monika Fuchs und Astrid Brumby-Freikamp, die dann zudem die Blockflöten-AG von Prätorius’ Fackeltanz über Mozarts Vogelfänger bis zu „Rock my soul“ durch unterschiedliche Zeiten und Stile führte. Cello klassisch brachten die Oberstufenschülerinnen Estella Hebert, Sabrina Förster, Katharina Meckbach und Astrid Utermann (Klasse 10) im berühmten Pachelbel-Kanon (in einer Version für vier Celli) ansprechend zu Gehör, während David Kemper dieses Instrument nach eigenem Arrangement eines Jimmi-Hendrix-Medleys in ein interessantes Duo mit E-Gitarre (Kai Preuß) einfügte.

Bezaubernde Klänge aus der italienischen Klassik wie auch aus dem schottisch-irischen Folk-Bereich kreierte das Mittelstufenorchester mit Vanessa Oberließen (Klasse 7) an der Harfe, den Flötistinnen Lydia Klingkusch, Ellen Findeisen und Corinna Ulshöfer sowie Markus Zacharuk, Simon Barthel und Kevin Schücke als solistischen Trompetern unter der Leitung von Monika Fuchs.

Ein weiteres Glanzlicht vor der Pause setzte das Bläserensemble inklusive Kontrabass und Schlagzeug mit Tango, Charleston und einem Spiritual in sehr schönen Arrangements (Leitung ebenfalls Monika Fuchs), in denen die unterschiedlichen Klangfarben der Holz- und Blechbläser in mitreißenden Rhythmen harmonierten.

Rhythmisch voll auf der Höhe war dann der Grundkurs Musik unter Leitung von Anke Wehle-Knoll mit Clapping-Music. Die Streichergruppe des großen Orchesters begann mit zwei einschmeichelnden Tangos in der Moderne, um dann in sinfonischer Besetzung die Orchestersuite „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingen zu lassen. Die Schülerin Simone Brunner und die Musiklehrerin Verena Seuring konnten hier mit Liedeinlagen brillieren, das Orchester seine ganze Reife und Klangfülle entfalten. Dies tat es mal einfühlsam begleitend und mal kraftvoll auftrumpfend im Klavierkonzert Nr. 2 in g-moll von Camille Saint-Saens.

Unbestrittener Star des Abends war hier allerdings Christopher Park (Stufe 12), der mit seinem virtuosen Klavierspiel das Publikum faszinierte. Mühelos meisterte der junge Künstler, der schon zahlreiche hochrangige Wettbewerbe gewonnen hat und bereits in der Soloklasse an der Musikhochschule studiert, Schwierigkeiten jeglicher Art und riss das Publikum zu donnerndem Applaus hin. (hk)