Schönes Konzert zu Nebels Abschied

Hoechster Kreisblatt vom 29.06.2005

Schwalbach/Höchst. Ein letztes Mal die Instrumente stimmen, Notenständer zurechtrücken und ja nicht den Einsatz von Dirigentin Monika Fuchs verpassen – schon geht es los mit dem schwungvollen Menuett aus Joseph Haydns Sinfonie Nr. 75. In der Albert-Einstein-Schule wird Musik groß geschrieben, und die Schüler sind mit Spielfreude bei der Sache. Das war vom ersten Ton des Sommerkonzertes an zu spüren. Zudem verhieß der Blick aufs Programm einen abwechslungsreichen Konzertabend, der den Bogen spann von Meistern der Renaissance bis hin zu Filmmusik aus dem Kino-Knüller „Herr der Ringe“.

Für Edgar Nebel war das Konzert von besonderer Bedeutung: Es war sein letztes in Schulleiter-Funktion, im Sommer geht der 61-Jährige in den Ruhestand – mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Die Konzerte werde ich schon sehr vermissen“, sagte Nebel, der zehn Jahre an der Spitze der Einstein-Schule stand. Deshalb hat er sich dafür eingesetzt, dass das letzte Sommerkonzert seiner Dienstzeit nicht ins Wasser fällt. Weil das Bürgerhaus wegen des Umbaus als Veranstaltungsort nicht in Frage kam, wurde das Höchster BiKuZ angemietet.

Rund 500 Zuhörer nahmen den Weg auf sich. Sie wurden von den jüngsten Instrumentalisten aus dem Vororchester mit drei Spielstücken im klassischen Stil von Sheila Nelson begrüßt. Die Kinder musizierten unter der Leitung von Astrid Brumby-Freikamp sauber, frisch und im harmonischen Zusammenspiel. Die Blockflöten-AG von Bärbel Graul unterstrich mit ihren Darbietungen, dass die Blockflöte keineswegs nur als Anfängerinstrument unterschätzt und abgetan werden sollte. Die klangliche Bandbreite ist enorm und kam bei Stücken wie Giovanni Gastoldis „An hellen Tagen“ und Béla Bartóks „Spottlied“ schön zur Geltung. Schwungvoll ging es weiter: Das Bläserensemble brachte das Spiritual „Down By The Riverside“ im Dixie-Tempo zum Besten und anschließend, gemeinsam mit den Streichern aus dem Mittelstufen- und dem großen Orchester, Claude Debussys „Golliwog's Cake Walk“ in feinster Ragtime-Manier.

Musiklehrerin Monika Fuchs hatte mit den Schülern auch Anton Dvoráks schwungvolle Polka aus dem „Böhmischen Suite“ und einen feurigen „Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms erarbeitet. Bei den drei „Jiddischen Weisen“ übernahm Alexandra Kalmund den Solopart an der Klarinette und bewies vor allem beim berühmten Tanz „Hava Nagila“, dass sie aus ihrem Instrument wunderschöne Töne hervorbringen kann.

Zwischendurch gab's auch mal Chorgesang: Der Musikleistungskurs der Jahrgangsstufen 11 und 12 zog durch die Welt mit der „Fuge aus der Geographie“, einem Sprechgesang von Ernst Toch aus den 30er Jahren. Der Komponist dokumentierte damit seine Nähe zum Dada: „Mississippi, Malaga, Rimini, Titicaca“. Dabei drängte sich fast die Frage auf: Ist Rap ein alter Hut? Wie dem auch sei, das Stück kam gut an. Ebenso die beiden Chöre aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Entführung aus dem Serail“, die Chorleiterin Annette Dimpl und die Sänger der Mittel- und Oberstufe zu Ehren des Schulleiters umgedichtet hatten. So hieß es etwa: „Edgar Nebel lebe lange!“ Und so lange er möchte, darf der künftige Pensionär die Schulkonzerte der nächsten Jahre besuchen. (car)