Rob Green von You FM an der AES
Rob Green von You FM war am 21.2.2007
an der Albert-Einstein-Schule und hat in der 10c eine Vertretungsstunde in
Englisch gehalten.
Hier können Video und Podcast der Rob Green Morningshow angesehen werden.
Printausgabe des Hoechster Kreisblattes vom 23.02.2007
Der Kult-Moderator als Vertretungslehrer
Von Kristiane Huber
Schwalbach. Die Schüler der 10c der Albert-Einstein-Schule (AES) waren
in dieser Woche Hauptdarsteller bei „YOU FM“, dem Jugendradio
des Hessischen Rundfunks. Rob Green, der Moderator mit dem britischen Akzent
und der Strickmütze, war für sie in die Rolle des „Vertretungslehrers
Mister Green“ geschlüpft.
Die Radiomacher schickten ihren Frontmann ins Rennen, um die von der Landesregierung
verordnete „Unterrichtsgarantie Plus“ einem Härtetest zu
unterziehen. Wer Rob Greens „Morningshow“ auf „YOU FM“
kennt, dem ist klar, dass dabei der Spaßfaktor regierte. Zum Schuljahresbeginn
eingeführt, hat die „U-Plus“-Regelung, die eine „verlässliche
Schule“ ohne Unterrichtsausfall garantieren soll, Befürworter und
Gegner auf den Plan gerufen. Denn das Ziel soll durch den Einsatz externer
Aushilfen sichergestellt werden, die keine ausgebildeten und examinierten
Lehrer sein müssen.
„Eigentlich habe ich mir nach meinem Abi geschworen, nie wieder eine
Schule zu betreten“, hatte der Gast vor dem Termin an dem Gymnasium
verraten. Doch dann war er einfach zu gespannt, wie die Schüler auf „U-Plus
mit Rob Green“ reagieren. „Cool“ war es, hat er inzwischen
seinen Radiohörern verraten, denn Versatzstücke der in der AES sicher
bald schon legendären Unterrichtsstunde hat er mittlerweile in seiner
morgendlichen Radiosendung zum Besten gegeben.
Zum Warmwerden befragte Green die Schüler, die auf sein Kommen vorbereitet
waren, weil seine Kollegen bereits zuvor mit Mikro und Kamera im Klassenzimmer
unterwegs gewesen waren, erst einmal nach ihren Lieblingsradiosendern und
ihrer Lieblingsmusik. „Ihr müsst die Rob-Green-Show hören,
damit ich mir ein größeres Auto kaufen kann“, ließ
er dabei unbescheiden einfließen. Schülerin Hannah, bekennende
Nicht-Radio-Hörerin, musste – wohl zur Strafe – ihren Lieblingstitel
vorsingen.
Um seiner pädagogischen Aufgabe genüge zu tun, ließ Rob Green
ihren Klassenkameraden Gerrit die englischen Liedzeilen ins Deutsche übersetzte.
Was der Schüler gefühlvoll machte.
Gerrit hat Rob Green übrigens inzwischen eine Mail geschrieben, dass
die Klasse noch nie „einen so tollen Lehrer hatte“. Manchem der
100 Lehrer der AES, die für die Ausbildung von 1413 Schülern verantwortlich
sind, wird das wehtun. Allerdings nicht mehr, wenn sie erfahren, was die Schüler
der 10c von den Schulstunden im Zeichen der „Unterrichtsgarantie-Plus“
halten: nämlich rein gar nichts. Das machte die eindeutige Antwort auf
Rob Greens entsprechende Frage deutlich. Die Schüler berichteten ihm
zudem von ihren negativen Erfahrungen mit den Aushilfen. Manchmal in einem
skurrilen englisch-deutschen Kauderwelsch – denn wer weiß schon
was „Unterrichtsgarantie Plus“ auf Englisch heißt?
Schulleiterin Anke Horn, die die ganze Radiogeschichte mit Augenzwinkern zugelassen
hat, bewertet die Thematik diplomatisch. „Wir haben derzeit einen Pool
von 16 externen Unterrichtsgarantie-Plus-Vertretungskräften“, berichtet
sie. „Dass sie fehlende Fachlehrer qualitativ nicht ersetzen können,
ist klar. Denn das Beste für eine Schule ist eine ausreichende Lehrerausstattung.“
Unterricht falle allerdings nicht mehr aus, das bringe schon eine Entlastung.
„Ich halte die Erfahrungen mit den Vertretungskräften bisher für
durchweg positiv.“
Für den 30 Jahre alten Green, der nichts Persönliches erzählte,
war der Unterricht womöglich einfacher als die anschließende Belagerung
der Schüler mit Autogramm-Wünschen . . .

