Jetzt kommt die 35-Stunden-Woche
Printausgabe des Hoechster Kreisblatt vom 6.12.2004
Schwalbach.
«Ich wünschte, ich
hätte ein größeres Geweih», seufzt der Junge und zeigt
auf das Rentier-Geweih, das auf seinem Kopf befestigt ist. «Aber ich
bin weder schnell, noch stark, noch schön. So werde ich den Schlitten
niemals ziehen dürfen.» Doch das kleine Rentier aus der Gefolgschaft
des Weihnachtsmanns hat andere Vorzüge als ein prächtiges Geweih:
Als in der Nacht des heiligen Abends starker Schneefall das Ausliefern der
Geschenke fast unmöglich macht, ist es ausgerechnet Rudolphs knallrote
Nase, die Weihnachten rettet.
Die Geschichte vom unglücklichen Rentier Rudolph gehört in England
und Amerika zum Weihnachtsfest dazu. Und auch im Englischunterricht darf sie
nicht fehlen.
Beim Tag
der offenen Tür in der Albert-Einstein-Schule (AES) brachte die Klasse
6F das Märchen in englischer Sprache auf die Bühne. Damit alle 30
Kinder mitwirken konnten, beschlossen die Lehrer Ute Harant und Rolf Strack,
«Rudolph» in zwei verschiedenen Besetzungen zu zeigen. Eltern
und Besucher waren begeistert über den Einsatz der Unterstüfler:
Sie belohnten die Auftritte in der Aula des Gymnasiums mit viel Applaus.
Das Programm, das die Schüler und Schülerinnen am frühen Freitagabend
auf die Beine gestellt hatten, war vielseitig. Neben Informationen zu den
einzelnen Fächern gab es eine Tombola für Kinder in Afrika und verschiedene
naturwissenschaftliche Versuche. In den Kunsträumen hingen Bilder aus,
und eine fünfte Klasse nutzte den Tag, um selbst eine kleine Weihnachtsfeier
zu veranstalten. Stefan, Torsten, Janina und Jenny waren für die medizinische
Erstversorgung zuständig. Die 14 und 15 Jahre alten Schüler und
Schülerinnen haben an einer Erste-Hilfe-Ausbildung teilgenommen. Im «Versorgungsraum»
konnten interessierte Eltern und Besucher sich von ihnen durchchecken lassen
und bei einem Quiz ihr medizinisches Wissen testen. Dr. Bernhard Jünemann
kam mit seiner Tochter Lisa (10) zum Tag der offenen Tür und ließ
sich bereitwillig den Blutdruck messen. «Zwei meiner Kinder sind hier
schon auf die Schule gegangen», erzählt der Schwalbacher. «Im
Sommer kommt vielleicht auch Lisa an die AES.»
Für das reichhaltige Kuchenbüfett in der Pausenhalle waren traditionell
die Eltern der fünften Klassen zuständig. Der Erlös von Käsekuchen,
Kreppel, Brezeln und Muffins fließt in die Kasse des Fördervereins.
«400 Euro haben wir bestimmt eingenommen», schätzt die stellvertretende
Vorsitzende des Elternbeirats, Kerstin Wenz. Was mit dem Erlös finanziert
wird, steht noch nicht fest. «Am Anfang kommenden Jahres werden die
Projekte dann festgelegt», erklärt Martina Sohl, Vorsitzende des
Fördervereins.
Auch die Schülervertretung (SV) hatte einen Stand in der Pausenhalle
aufgebaut. Die Schulsprecher Nina Turek und Julian Tödter informierten
über ihre Arbeit und erklärten ein neues Direktwahlsystem.
«Die Idee des Tages ist, den Eltern die Schule in allen Facetten vorzustellen»,
sagte Schulleiter Edgar Nebel. «Wir wollen zeigen, was diese Schule
bieten kann.» 450 Besucher seien gekommen, um sich über die Arbeit
an der AES zu informieren, schätzt der Direktor. Für das kommende
Jahr sieht er einige Veränderungen auf das Schwalbacher Gymnasium zukommen.
«Der verkürzte, gymnasiale Bildungsgang bedeutet ja, dass auch
hier schon nach dem 12. Schuljahr Abitur gemacht wird. Wir haben dann nachmittags
viel mehr Schüler zu betreuen.» Bis zu 35 Wochenstunden wären
dann die Regel, so Edgar Nebel, und darauf müsse man entsprechend reagieren.
«Als nächstes steht wohl der Ausbau der Cafeteria an.» (aze)

