Auf der Suche nach Glück

„Leonce und Lena“ in freier Bearbeitung der AES-Abiturienten

„Es krassiert ein entsetzlicher Müßiggang. – Müßiggang ist aller Laster Anfang....“

Die Melancholie des Leonce, Prinz des kleinen Reiches „Popo“, könnte auch die der Abiturienten des Schwalbacher Albert-Einstein-Gymnasiums sein. Die letzten mündlichen Prüfungen sind gelaufen und nun – Langeweile, die große Leere ?! Mitnichten !

Die rund 30 SchülerInnen der beiden Kurse Darstellendes Spiel sind auch bereit ohne Notendruck eine Abschlussproduktion zu präsentieren.- Respekt ! Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“, in freier Bearbeitung, mit selbst kreierten Szenen und kleinen Anleihen bei Shakespeare und den dilletierenden Handwerkern des Sommernachtstraumes, will mit Leichtigkeit und einem Augenzwinkern das Duodez- Königtum Anfang des 19. Jahrhunderts aufs Korn nehmen und zugleich die alte Fabel vom Prinzen und der Prinzessin, die vor einer unerwünschten Heirat fliehen, neu aufleben lassen.

Die märchenhaften Elemente und das marionettenhafte, typisierte Spiel sind Schwerpunkt der ca. zweistündigen Produktion, unter Anleitung des Theaterlehrers Gerd Müller-Droste.

Dass dabei der Humor und die Ironie nicht zu kurz kommen werden, garantiert bereits die Textvorlage des genialen Autors Georg Büchner, der auch mit Stücken wie „Woyzeck“ oder „Dantons Tod“ bekannt geworden ist und   1837 leider viel zu früh mit 24 Jahren starb.

Rollenfiguren wie Valerio, clownesk- spöttischer Freund des verträumten Leonce und „König Peter“, der schrullige Alte, krampfhaft bemüht sich „an sein Volk zu erinnern“, garantieren den Lustspielcharakter des Stückes, das aber auch als soziale Satire gedacht ist.

Das   inhaltsleere höfische Gebaren des vertrottelten Königs und seiner nichtsnutzigen Hofschranzen, die Langeweile und Hoffnungslosigkeit des melancholischen Prinzen und die kindlich- naiven Attitüden der Prinzessin von „Pipi“ sind   Kritikpunkte an einer unzeitgemäßen Herrschaftsform, jedoch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vorgetragen, sondern mit Witz und Ironie – gute Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Theaterabend.

Aufführungen: Di., 28. 06. u. Mi., 29.06., 20 Uhr, Aula der Albert-Einstein-Schule

Eintritt: Schüler 3,50 Euro/ Erwachsene 5 Euro

 

Letzte Proben: So., 26.06., 14 – 19 Uhr/ Mo., 27.06., 8 Uhr 30 – 17 Uhr