Kammermusikabend an der AES
Schüler begeistern mit hinreißender Kammermusik
(Printausgabe Höchster Kreisblatt 22.11.2005)
Schwalbach. Hausmusikabende, an denen diejenigen Schüler der Albert-Einstein-Schule, die singen oder ein Instrument spielen, öffentlich auftreten können, gehören regelmäßig zum Veranstaltungsprogramm der Einrichtung. Und diese Auftritte – zuletzt am vergangenen Dienstag – sind wichtig, sind sie doch Motivation zum Üben und geben den Schülern die Bestätigung, dass sie im Musikunterricht – sei es privat oder in der Schule – etwas gelernt haben. Auch aus diesem Grund wird die Moderation des Hausmusikabends von Schülern übernommen, die Musik als Leistungskurs belegt haben, und die nicht nur ihre Mitschüler, sondern auch die von ihnen gespielten Stücke dem Publikum kurz vorstellen.
Solistisch und in kleinen Ensembles standen die jungen Künstler auf der Bühne. Die Verschiedenheit der Beiträge zeugte von den unterschiedlichen Interessen der Schüler und vom breiten Leistungsspektrum: Beim Hausmusikabend spielen Fünftklässler, die erst seit kurzem ein Instrument lernen, genauso wie Oberstufenschüler, deren Vortrag bereits mehr oder weniger professionell ist. So reichte das Programm dann auch von kurzen Volksliedern für Cello und Klavier (gespielt von Milena und Valerie Albrecht) über populäre Stücke wie das «Pink Panther Theme» von Henry Mancini oder «Sound Of Silence» von Simon and Garfunkel bis hin zu Musik von Telemann oder Franz Liszt.
Zum Teil recht ungewöhnliche Besetzungen konnten die Zuhörer des Hausmusikabends erleben: Andrea Freikamp, Sina Kocanda, Judith Ullenbohm und Philine Walter spielten eine Bearbeitung von Smetanas «Moldau» für vier Querflöten. Auch ein Saxofonduett (Anna-Lena Stengel und Anne-Caren Zeiß) hört man sicherlich nicht jeden Tag. Ihr Bestes gegeben haben alle, die das kammermusikalische Konzert mitgestaltet haben. Herausgekommen ist dabei zum Teil Beachtliches, wie zum Beispiel die gefühlvolle und innige Interpretation eines Adagios von Heinrich Joseph Baermann durch die Klarinettistin Alexandra Kalmund oder das Duett «Sun and Moon» aus dem Musical «Miss Saigon», gesungen von Yan Qu und Deuk-Jung Kang, das das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinriss.
Quasi «außer Konkurrenz» spielte der Zwölftklässler Christopher Park, der seit sechs Jahren als Jungstudent an der Frankfurter Musikhochschule unterrichtet wird und «bereits auf diversen Bühnen unterwegs gewesen ist», so die Moderatorin. Prokofjews «Suggestion diabolique» und den Blumenwalzer von Peter Tschaikowsky spielte er technisch virtuos und musikalisch souverän. Dass der Flügel der Albert-Einstein-Schule allerdings schon bessere Tage gesehen hat, war bei diesen beiden Beiträgen ebenso zu hören wie bei allen anderen Klavierstücken des Abends. Noch ein halbes Jahr dauert es bis zu den nächsten beiden Konzerten an der Schule. Am Dienstag, 9. Mai 2006, findet von 19.30 Uhr an in der Pausenhalle der «Gesang in den Frühling» statt, für den 27. Juni laden die Schüler zum Sommerkonzert im Schwalbacher Bürgerhaus ein, Beginn ist ebenfalls um 19.30 Uhr. (jöh)

