Flughafenausbau:

Wie soll die Politik entscheiden?

Exkursion des LK Politik und Wirtschaft

 

Der Streit um den Flughafenausbau: wie soll die Politik entscheiden? – Die Exkursion des Leistungskurses Politik und Wirtschaft der Jahrgangsstufe 11 vom 12. Juli 2005

 

Nachdem im Unterricht die Fakten, die für und gegen einen weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens sprechen, ausführlich erarbeitet und diskutiert worden waren, wurde den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Politik und Wirtschaft unter Leitung von Dr. Achim Schröder deutlich, dass Politik nicht nur im Klassenzimmer gelernt werden kann, sondern an außerschulischen Lernorten „erlernt“ werden muss.

Eine Exkursion in die unmittelbare Nachbarschaft des Flughafens sollte die Folgen von Politik erfahrbar werden lassen, indem die Betroffenen zu Worten kommen konnten und sinnliche Erfahrungen die rationale Urteilsbildung ergänzen würden.

Der Referent des Kelsterbacher Bürgermeisters, Herr Schaab, hatte sich bereit erklärt, dem Kurs der Jahrgangsstufe 11 zunächst die Position der Gemeindeverwaltung Kelsterbach zu erläutern.

Da alle vier im Stadtparlament vertretenen Parteien sich gegen die Landebahn im Kelsterbacher Stadtwald ausgesprochen haben, setzt sie den Wählerwillen um, indem sie alle Rechtsmittel gegen den Ausbau ausschöpft und die örtliche Bürgerinitiative unterstützt.

Die Stadt, so Schaab, beginne zu begreifen, dass der Flughafen nicht länger eine Quelle für Steuereinnahmen für die Stadt sei, sondern diese langfristig gefährde. Gutverdienende Bürger kehrten der Stadt zunehmend den Rücken zu, die Immobilienpreise stagnierten und die FRAPORT versuche, die in Kelsterbach ansässigen Speditionen auf das Flughafengelände zu locken. Dem Arbeitsplatzversprechen traut die Stadt Kelsterbach nicht. Herr Schaab räumte jedoch ein, dass der Ausbau für die Großregion sinnvoll sein könnte. Die Bürger Kelsterbachs jedoch fühlten sich von der Expansion des Flughafens bedroht.

Der Biologe Achim Lotz erläuterte bei der abschließenden Fahrt durch den Kelsterbacher Stadtwald die wichtige Funktion des Walds für die Region, zeigte Waldschäden auf und verwies auf mögliche Alternativen: eine stärkere Dezentralisierung des Flugverkehrs in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Bahn könne der Frankfurter Flughafen mit anderen Flughäfen vernetzt werden.

 

Die FRAPORT, so der Einwand von Dr. Schröder, würde auf diese Position entgegnen, dass die Kunden heute kurze Umstiegszeiten wünschten, die nur ein erweiterter Großflughafen erbringen könne.

 

So blieben weiter viele Fragen offen, aber das Gefühl zurück, die Interessen und Gefühle der Betroffenen besser zu kennen und zu verstehen.