Deutsch-französischer Tag 2005

Die Stadt Schwalbach, die Albert-Einstein-Schule und der Arbeitskreis Städtepartnerschaft Schwalbach-Avrillé hatten am Mittwoch, dem 9.März, anlässlich des deutsch-französischen Tages zu einer ebenso unterhaltsamen wie informativen Abendveranstaltung   in die AES eingeladen. Umrahmt von Chansons und in Anwesenheit des Generalkonsuls der Französischen Republik in Frankfurt am Main informierten Schüler, Studenten und Berufstätige unter dem Motto: Deutsch- und Französisch: Schlüssel für Beruf und Karriere in Europa ein interessiertes Publikum.

In seiner Begrüßung betonte der Direktor der Albert-Einstein-Schule, Edgar Nebel, die wichtige Rolle, die Französisch im Fremdsprachenangebot der AES spielt, Bürgermeister Roland   Seel verwies auf die beständige und erfolgreiche 27-jährige Städtepartnerschaft zwischen Avrillé und Schwalbach und Generalkonsul Gilles Favret skizzierte die Bedeutung guter deutsch-französischer Beziehungen in einem nicht nur wirtschaftlich zusammenwachsenden Europa; diese nachbarschaftlichen Beziehungen immer wieder mit Leben zu erfüllen, sei eine Aufgabe aller Bürger und besonders der Jugend, so der Generalkonsul in seiner Begrüßungsansprache, in der er auch die Aufforderung der hessischen Landesregierung an die Kommunen würdigte, einen deutsch- französischen Tag zu begehen. Dabei sei der Blick der jungen Leute aus beiden Ländern nicht mehr auf   die „Narben der Vergangenheit“ gerichtet, sondern auf die Zukunft. Zentral für die persönlich- berufliche Entwicklung wie für das Gelingen des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs sei die Kenntnis (auch) der Sprache des Nachbarn.

In diesem Sinne blickten dann Olaf Janson und Larissa Baradaran aus der Klasse 9a der AES auf Erlebnisse ihres Austauschaufenthaltes in Rueil-Malmaison, der Partnerstadt Bad Sodens, in der Klasse 7 zurück, Katharina Kauselmann aus der Stufe 11 schilderte die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern aus Schwalbach am Städtepartnerschaftstreffen in Avrillé vor einem Jahre und ihre Erfahrungen im Rahmen eines Austauschs mit Jugendlichen eines Oberstufen-Gymnasiums in Rueil-Malmaison und Julia Lux (Stufe 13) erzählte von ihrem Betriebspraktikum in einer Anwaltskanzlei in Paris. Auch diese Möglichkeit eines 14-tägigen Auslandspraktikums in Stufe 12 im Raum Paris bietet die Albert-Einstein-Schule ihren Schülerinnen und Schülern seit 5 Jahren- auf Initiative von Frau Oberstudienrätin Monika Beck und unter tatkräftiger Mithilfe diverser französischer Partner, insbesondere der Kommune Rueil-Malmaison. Gerade diese Organisation von Berufspraktika für junge Deutsche und Franzosen im jeweiligen Nachbarland war im Jahr 2004 von der renommierten Robert-Bosch-Stiftung mit einem hohen Geldpreis für die Schule ausgezeichnet worden. Ein neueres Angebot der Albert-Einstein-Schule – neben dem schon lange bewährten Austausch in Klasse 7- die Vermittlung von 4-wöchigen Schulbesuchen im Lycée Richelieu in Rueil-Malmaison für einzelne interessierte Schülerinnen und Schüler in Stufe 10 und 11.

Zweisprachige Studienmöglichkeiten im Rahmen der Deutsch-französischen Hochschule stellte   Simon Stein von der Universität Mainz vor, die beispielsweise Lehrerausbildung und weitere geisteswissenschaftliche Studien in Kooperation mit der Universität in Dijon anbietet, welche schließlich zu akademischen Abschlüssen in beiden Ländern führen.

Michael Magné vom Institut Francais in Frankfurt konnte auf eine Fülle von kulturellen und sprachlichen Angeboten seines Hauses für Schülerinnen und Schüler sowie   Studierende verweisen und pries Französisch als eine der sieben Weltsprachen, die z.B. in 33 Ländern Amtssprache sei und in Europa von 64 Millionen Menschen gesprochen werde.   

Mit viel Enthusiasmus und überzeugenden persönlichen Beispielen warben anschließend die Vertreter der Praxis für das Französisch-Lernen: Roland Göbelt (von einer international arbeitenden Kreditversicherung),   Astrid Barwasser-Brestrich (Journalismus/Übersetzungen) Sven Korschinowski (Bankwesen) und   Ulrich Heise (Entwicklungszusammenarbeit/GTZ) gaben Einblicke in ihren persönlichen und beruflichen Werdegang mit und in der Sprache und Kultur unseres Nachbarn. Gerade diese unmittelbaren und sehr lebendigen Stellung- und Parteinahmen sprachen das Publikum an.

Überdies durften sich die Gäste an den Chansons der Sängerin Anne Cazier – feinfühlig begleitet abwechselnd an Klavier und natürlich Akkordeon - erfreuen, die in Vor-, Zwischen- und Nachspielen einen kleinen Konzertgenuss boten. Frau Studienrätin Susanne Rasfeld, Fachsprecherin für Französisch, moderierte professionell und setzte zudem auch technisch die Referenten ins rechte Licht: Ein erfolgreicher Abend für   Veranstalter und Gäste und in der Sache überzeugend, nicht nur für die Frankophilen unter ihnen.

 

H. - J. Kreß-Beck

Fachbereichsleiter I

 

Bessere Karrierechancen mit Französisch

Hoechster Kreisblatt vom 14.03.2005

Schwalbach. Die Hessische Staatskanzlei hat zur Feier eines «deutsch-französischen Tages» in allen Kommunen anlässlich des am 22. Januar 1963 geschlossenen «Elysée-Vertrages» aufgerufen. Das klingt steif und trocken und nach einer Pflichtveranstaltung. Die Schwalbacher jedenfalls haben aus diesem Appell in zweifacher Weise etwas Lebendiges gemacht: Zum einen haben sie unkonventionell den Tag erst jetzt begangen, zum anderen aber haben sie einen stimmungsvoll-anrührenden und gleichzeitig kreativ-informativen Abend zu den französisch-deutschen Beziehungen auf die Beine gestellt. Eine nahezu unwiderstehliche Mischung, die die Anwesenden nicht nur über den Verstand, sondern auch über das Gefühl erreicht haben dürfte. Wofür auch Anne Cazier mit Chansons wie «L'accordeon» oder «Nathalie» beitrug.

Die Stadt (hier die Kulturkreis GmbH), der Arbeitskreis Städtepartnerschaft Schwalbach-Avrillé und die Albert-Einstein-Schule (AES) haben als Organisatoren an einem Strang gezogen. Das Motto der Veranstaltung mit gut 100 Besucher im fahnengeschmückten AES-Mehrzweckraum lautete «Deutsch und Französisch: Schlüssel für Beruf und Karriere in Europa.»

Als hochrangigster Gast war erstmals in Schwalbach der französische Generalkonsul Gilles Favret anwesend, dem Bürgermeister Roland Seel und Erste Stadträtin Christiane Augsburger ihren Respekt erwiesen.

Repräsentanten von internationalen Unternehmen hoben die Bedeutung der gegenseitigen Kenntnis von Sprache und Kultur zwischen Frankreich und Deutschland im Berufsleben im Zeitalter der Globalität in prägnant-sachlichen und gleichzeitig persönlich-engagierten Statements schlaglichtartig, aber eindrucksvoll hervor.

Roland Göbelt, der bei einem Mainzer Kreditversicherer arbeitet, der zur großen französischen Coface-Gruppe mit 60 Niederlassungen weltweit gehört, betonte, dass Frankreich der wichtigste Handelspartner Deutschlands sei: «Es gibt kaum noch einen kaufmännischen Beruf, in dem man ohne Französisch auskommt. Mit Englisch als weltweiter Geschäftssprache kann man sich verständigen, aber man versteht sich nicht. Die Seele der französischen Geschäftsfreunde erreicht man nur in ihrer Sprache.»

Wie Göbelt plädierte auch Sven Korschinkwsi, Vertreter einer großen Deutschen Bank dafür, das Erlernen der französischen Sprache mit Auslandsaufenthalten zu kombinieren. Er hat das während seiner Ausbildung selbst getan und lebt heute mit seiner französischen Frau und zwei Kindern wieder in Schwalbach. «Nur über die Sprache kann man die gegenseitige Denk- und Arbeitsweise verstehen. Wenn Projekte scheitern, liegt das meistens daran, dass der Mentalitätsunterschied nicht genügend beachtet wird», sagte er.

Ulrich Heise von der weltweit agierenden Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) machte allen Studenten Mut, sich neben ihrer Fachkompetenz, etwa als Ingenieure, gutes Französisch anzueignen: «Dann habe Sie für uns einen hohen Marktwert und gute Karrierechancen.»

Wie wichtig es ist, den Spracherwerb schon in Schule und Studium in Austauschprogrammen zu vertiefen, hoben Referenten des Instituts Français hervor, das für die französische Sprache in Deutschland wirbt. Die Mainzer Universität bietet ein integriertes deutsch-französische Studienprogramm für Studenten verschiedener Fachrichtungen an, die ihr Studium dann jeweils zur Hälfte in Dijon und Mainz absolvieren.

Zwar waren nur wenige Schüler im Publikum, obwohl gerade für sie all diese Informationen wichtig und hilfreich gewesen wären. Einige AES-Schüler gestalteten den Abend jedoch mit, indem sie von dem Austauschprogramm zwischen der AES und einer französischen Schulen berichteten. (ku)

 

 

 

La Journée Franco-Allemande 2005 célébrée à Schwalbach en présence du Consul de France

Schwalbach, le 9 mars 2005

 

Une bonne ambiance, un public content, des chansons francaises bien applaudies, c'était le cadre de la soirée à l'occasion de la Journée Franco-Allemande 2005 qui avait lieu le 9 mars 2005, donc quelques semaines en retard, dans la grande salle du lycée Albert Einstein à Schwalbach. Le thème autour duquel les différents participants motivés présentaient leur programme était intitulé „L'Allemand et le Francais: Un atout clé pour profession et carrière en Europe“.

 

Dans une ambiance décontractée, les sons d'un accordéon et la voix de la chanteuse francaise Anne Cazier ouvrirent la soirée.

Ensuite, le directeur du lycée, Edgar Nebel, souhaitait la bienvenue au public, soulignant que la langue francaise joue un role important au sein du lycée Albert Einstein, et que maintes rencontres et échanges avec des groupes scolaires en France sont effectuées dans les différentes classes du lycée. Le maire de Schwalbach, Roland Seel, prit la parole à son tour et rappella l'amitié de longue date liant Schwalbach à sa ville partenaire en France, Avrillé, sous la devise „“L'unité dans la diversité“. Pour conclure, le maire s'adressa aux jeunes parmi le public et fit remarquer que, en dépit d' un grand nombre de participants dans les échanges avec Avrillé, il serait tout de meme souhaitable que plus de jeunes, notamment des élèves, y participent.

 

Le Consul de France, M. Gilles Favret, constata que les deux pays, la France et l'Allemagne, se rapprochent. A ses yeux, les liens s'intensifient, les cicatrices des guerres disparaissent, le jeunes en profitent pour recommencer l'avenir au sein de la Communautée Européenne. Le Consul fit part de sa perception du duo franco-allemand comme la base de la Communauté Européenne, mais il remarqua également que cette entente entre les deux pays ne doit nullement se résumer au niveau gouvernemental - elle doit avoir lieu entre les populations, c'est à dire entre les jeunes - un appel directe aux élèves présents de continuer à apprendre la langue francaise afin de mieux communiquer avec les jeunes Francais pour construire un avenir commun; le meme appel serait valable pour les jeunes Francais qui, malheureusement, apprennent de moins en moins la langue allemande considérée comme trop difficile en faveur de l'Espagnol.

 

Ensuite la soirée se poursuivit non seulement avec de très belles chansons francaises, accompagnées au piano par un pianiste charmant,

  

mais également avec des anecdotes amusantes de la part des élèves du lycée sur les échanges avec des élèves francais et une présentation de l'étudiant Simon Stein du „Département Dijon“(Büro Dijon) de l'université de Mayence sur les possibilités pour les étudiants de Mayence de poursuivre leurs études à Dijon et inversement.

 

Après la présentation du progamme de l'Institut Francais à Francort, plusieurs personnes firent part du bénéfice qu'ils ont tiré de leurs différents séjours en France- que ce soit pour les études ou pour le travail et durant lesquels ils avaient appris le Francais. Tous étaient d'accord sur le fait que la connaissance de la langue anglaise est indispensable, mais que la connaissance de la langue et de la culture francaise ouvre bien des portes et représente souvent un atout considérable dans les négotiations internationales.

 

Après les dernières chansons nostalgiques, la soirée se termina par des entretiens multiples entre le public et les participants, tout en savourant un petit verre de vin rouge (francais), et on se quittait avec le sentiment d'avoir encore une fois contribué à ce que l'entente franco-allemande se consolide.

 

Astrid Barwasser-Brestrich

9. Mars 2005

Article pour le Journal d'Avrillé