Bilingualer Unterricht - eine Geographiestunde auf Französisch

Eine Geographiestunde auf Französisch

(Printausgabe Höchster Kreisblatt, 10.12.2005)

Schwalbach. Die Außenfassade der Albert-Einstein-Schule ist mit bunten Plakaten beklebt. Jede Klasse versucht, die Besucher des «Nachmittags der offenen Tür» in ihren Raum zu locken. Auf einem computerbedruckten Papier

kündigt die Klasse 5 f das Theaterstück «Das Drama des Schulranzenpackens» an. Das Plakat der Vororchesters ist natürlich mit Noten bemalt, und eine Naturwissenschaftsgruppe fordert «Erforscht Eure biologische Seite!». Den Schülern der Klasse 7e langt ihr selbstbemaltes Plakat noch nicht: «Kommt zum Theaterstück ,Bremer Stadtmusikanten' auf Lateinisch und Deutsch», rufen ein paar Mädchen aus den obersten Fenstern des Schulgebäudes.

Rund 800 kleine und große Besucher kommen diesmal zum «Nachmittag der offenen Tür» ins Schwalbacher Gymnasium. «Unser Angebot richtet sich an Viertklässler und ihre Eltern sowie an die Zehntklässler der benachbarten Schulen», erklärt Anke Horn. Die Schulleiterin führt, genauso wie vier weitere Kolleginnen und Kollegen, Gruppen interessierter Eltern und

Kinder durch die Schule. «Wir besuchen die Bibliothek, den Computerraum, die Schülervertretungsgremien, naturwissenschaftliche Räume und das Unterstufengebäude», sagt die Direktorin. Die Klassen, Kurse und Projektgruppen haben in ihren Räumen Präsentationen vorbereitet, um ihre Arbeit vorzustellen.

Irene Krell informiert mit Kolleginnen über die Bereiche Gewaltprävention und soziales Lernen. Schüler der 11. und 12. Klassen zeigen in gestellten Szenen, wie Konflikte gelöst werden können, ohne dass die Situation eskaliert. «Es ist wichtig, die Jugendlichen selbst anzuleiten, ihre Probleme zu besprechen», betont Irene Krell. «Das entlastet auch die Lehrer und räumt den Schülern eine größere Beteiligung am Schulleben ein.»

Monika Beck will in ihrem Klassenraum Lust auf das Fach Französisch machen. «Zwölf Schüler haben ein Auslandspraktikum in Frankreich absolviert und dazu Plakate gebastelt», erzählt die Lehrerin. Auf den Tonpapieren sind neben Texten auch viele Fotos aufgeklebt. Anette Fischbach und ihre Schülerinnen öffnen die Klassentür und zeigen, dass Unterricht an der AES auch bilingual funktioniert. «Wir veranstalten eine Geographiestunde zum Mittelmeerklima auf Französisch», erklärt die Sprachlehrerin. «Das funktioniert sehr gut, denn neue Vokabeln führen wir extra ein, damit jeder mitkommt.»

Viele Besucher sind beeindruckt von der Vielseitigkeit des Gymnasiums. «Es gibt ein breites Angebot an sprachlichen und naturwissenschaftlichen Möglichkeiten», meint Dirk Mulzer. Gemeinsam mit Sohn Niklas hat der Vater aus Liederbach sich bereits mehrere Schulen angesehen. «Die Infrastruktur des Gebäudes gefällt uns, und die Veranstaltung ist gut durchdacht. Aber letztlich entscheidet Niklas, welche Schule es wird.»

Wenn der Zehnjährige sich für die AES entscheidet, hilft Familie Mulzer vielleicht schon nächstes Jahr an der Kuchentheke des Fördervereins. «Wir backen und verkaufen Kuchen an die Besucher, das ist traditionell die Aufgabe der Fünftklässler-Eltern», erklärt Mutter Ursula Vinçon. (aze)