Große Latein-Jahresexkursion ins Rheinische Landesmuseum Bonn
Den kältesten Tag der Woche hatten sich die drei Lateinklassen ausgesucht, um mit ihren Lehrern Lisa Benderoth, Gerhard Kohlhepp und Jochen Kilb in die ehemalige Bundeshauptstadt zu reisen.
Nachdem in den vergangenen Jahren Mainz und Köln die Ziele der Jahresexkursion Latein gewesen waren, machten sich am 20. April rund 100 Schüler der Klassen 7E, 8E und 8F auf, um im Rheinischen Landesmuseum Bonn etwas über die Römerfunde im Rheinland zu erfahren. Das Museum bewahrt, einschließlich seines Magazins mit unzähligen Fundstücken in Mechernich, den größten Schatz an Funden aus römischer Zeit nördlich der Alpen.
Zu sehen bekamen die Schüler u. a. ein großes Bodenmosaik mit dem „unbesiegbaren Sonnengott“, das Grab eines römischen Bürgers aus der Spätantike sowie natürlich das in fast jedem Lateinbuch abgedruckte Caelius-Grabmonument, das ein Römer seinem Bruder errichten ließ, der in der Varusschlacht 9 n. C. gefallen war.
„Am meisten beeindruckt haben mich die Polyeder“, so Julian Klix (7E), der sich auch privat für mathematische Körper begeistern kann. „Dass uns Professor Karcher von der Universität eine Privatführung zu Funden der platonischen Körper gab, fand ich klasse!“. Als Besonderheit werden nämlich in Bonn zwei originale und hervorragend erhaltene Dodekaeder (Zwölfflächler) sowie ein Ikosaeder (20-flächler) ausgestellt, deren Alltagsnutzen für die Römer bis heute unklar ist. So konnten sich die Schüler der 7E in Theorien auslassen, wozu die Römer wohl solch komische Gegenstände benutzt haben könnten.
Zum Abschluss des Tages nutzten die Schüler die Möglichkeit, in Kleingruppen die Fußgängerzone zu erkunden. Dabei sehnten sich einige von ihnen so sehr nach der sich an diesem Tag versteckenden Sonne, dass sie sich einfach selbst fiktiv die Wärme herbeiführten, indem sie sich mexikanische Sombreros kauften (s. Foto).
Wenn am Ende einige Schüler das Gefühl hatten, zu ihrem Vorwissen sei „nur wenig Neues hinzugekommen“, wie es Julius Schweizer aus der 8E formulierte, so darf dies vielleicht auch als implizites Lob für den bisherigen Lateinunterricht aufgefasst werden, dessen Aufgabe es ja nicht allein ist, zum Textübersetzen anzuleiten, sondern in gleicher Weise die Schüler für ein Interesse an den Realia der Antike zu motivieren und ihnen Grundkenntnisse darin zu vermitteln.



Jochen Kilb, Fachvorsitz Latein

