EinSteinchen experimentiert

Pressemitteilung der AES

EinSteinchen experimentiert – Ein Projekt zur Förderung der Naturwissenschaften

Heute ist der Auftakt des Projekts EinSteinchen experimentiert , in dem Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen mit Grundschülerinnen und Grundschülern der benachbarten Grundschulen experimentieren.

Die AES-Schülerinnen führen mit den Grundschüler/innen naturwissenschaftliche Experimente durch, die zum Beobachten, Entdecken und Forschen anregen. Für die AES-Schüler/innen findet das Projekt im Rahmen einer AG statt, die von Monika Zieleniewicz, Fachbereichsleiterin III und Physiklehrerin, und Sabine Blahudka, Biologielehrerin, geleitet wird.

„Unsere Schülerinnen und Schüler sind mit Feuereifer seit Februar dabei, Versuche auszuwählen, durchzuführen, Materialien zu besorgen und Arbeitsblätter zu konzipieren. Auch das Logo haben sie selbst entworfen“, berichtete Monika Zieleniewicz, während die Grundschüler/innen voller Enthusiasmus experimentieren.

„Das besondere an unserem Projekt ist, dass sich die Grundschüler/innen für ein halbes Jahr in das Projekt einwählen und während dieser Zeit von einer festen AES-Schülergruppe betreut werden. Die Experimente werden nicht nur vorgeführt, sondern die jungen Forscher gehen den Phänomenen des Alltags selbst auf die Spur“, erläuterte Anke Horn, stellvertretende Leiterin der Albert-Einstein-Schule und selbst Physiklehrerin. Die verwendeten Materialien sind fast in jedem Haushalt aufzufinden, und stellen insofern Anregung und Unterstützung für die Eltern dar.

„Wir möchten zu einem frühen Zeitpunkt bei den Kindern ein nachhaltiges Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen wecken, das eine gute Ausgangslage für das Lernen schafft. Unser Angebot stellt eine Ergänzung des Sachunterrichts an der Grundschule dar. Die Begegnung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und ihrer Erforschung soll als eine spannende Sache erfahren werden“, sagte Edgar Nebel, Schulleiter der Albert-Einstein-Schule.

„Wir haben einen Schwerpunkt im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und fühlen uns verpflichtet, das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken und zu stärken“, betonte Anke Horn. Die Initiative ging von Herrn Dr. Jörg Friedrich, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft Hessen aus, die konkrete Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den betreuenden Lehrkräften. Unterstützung erhalten wir durch die Vereine MINT-EC ( www.mint-ec.de ) und sowie die Organisation Think-ing ( www.think-ing.de ), die sich der Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung in Schulen verschrieben haben.

EinSteinchen experimentiert ist ein gemeinsames Projekt der Albert-Einstein-Schule und der Landesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft Hessen und wird durch die VhU unterstützt. In der ersten Projektphase, die bis Februar 2006 dauert, sind vier Grundschulen beteiligt. In der Testphase bis zu den Sommerferien nehmen die Geschwister-Scholl-Schule in Schwalbach und die Theodor-Heuss-Schule in Bad Soden teil.

A. Horn

- Stellv. Schulleiterin -

 

Hier gelangt man zur Pressemitteilung der Vereingung der hessischen Unternehmerverbände (VhU)

 

 

Frankfurter Rundschau vom 18.05.2005

Gymnasiasten lernen mit Grundschülern

Projekt "EinSteinchen experimentiert" soll Freude am Erforschen von Naturwissenschaften und Technik wecken

In Schwalbach experimentieren Grundschüler und Gymnasiasten gemeinsam. Die Großen lernen dabei, komplexe Fragen verständlich zu vermitteln und sich ein Thema selbst zu erarbeiten. Die Kleinen sollen mit dem Modellprojekt Spaß an Naturwissenschaften und Technik entdecken.

VON PETER HANACK

Frankfurt / Schwalbach · 17. Mai · Im Klassenraum an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) wimmelt es vor Schülern und Schülerinnen. Rund 30 Kinder, ältere und jüngere, schneiden Karton, kleben daraus Röhren zusammen, klemmen bunte Splitter zwischen Plexiglas-Scheiben - und scheinen dabei so viel Spaß zu haben, dass sie sich noch nicht einmal durch die Schar Pressevertreter und Offizieller von ihrer Arbeit ablenken lassen.

Am Albert-Einstein-Gymnasium ist am Dienstag ein Modellvorhaben gestartet, das Gymnasiasten und Grundschüler zwecks gemeinsamen Experimentierens zusammenbringen soll. Alle zwei Wochen gehen die 16 Neunt- und Zehntklässler nun in eine von vier Grundschulen im Kreis, um dort immer Mittwoch mittags von 14.30 bis 16 Uhr mit Dritt- und Viertklässlern Papp-Periskope und -Kaleidoskope zu bauen, aus Zitronensaft Strom zu gewinnen oder das Farbenspektrum eines schwarzen Filzstiftes zu analysieren.

"Der Hochtechnologie-Standort Hessen braucht Ingenieure", sagt Walter Jakobi, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft (LAG). Die aber fehlten. "Wir müssen Kinder und Jugendliche daher viel früher für Technik und Naturwissenschaften interessieren." Das Projekt mit dem Namen "EinSteinchen experimentiert" könne, so Kultus-Staatssekretär Joachim Jacobi, gleich zwei Probleme lösen. Zum einen könne es dazu beitragen, mehr Nachwuchs in naturwissenschaftlich-technische Berufe zu bringen. Zum anderen werde hoffentlich auch der Mangel an Lehrern in diesen Fächern abnehmen, wenn der ein oder der anderer Teilnehmer beim experimentellen Arbeiten mit Jüngeren sein pädagogisches Talent entdecke. Gefördert wird das Modellvorhaben von den hessischen Unternehmerverbänden (vhu) und der LAG, deren Geschäftsführer Jörg Friedrich den Anstoß dazu gab.

Das Interesse, an dem Projekt teilzunehmen, sei sehr groß, berichtet die stellvertretende Leiterin der Einstein-Schule, Anke Horn. "Der Andrang war immens", sagt sie. Zahlreiche Schüler wollten in der Arbeitsgemeinschaft dabei sein, dort Experimente entwickeln, Arbeitsblätter konzipieren, Material besorgen und damit in die Grundschulen gehen. Auch die Zahl der interessierten Grundschulen sei größer gewesen als der jetzige Teilnehmerkreis.

Gegen Ende der Experimentier-Stunde jedenfalls haben die Neuntklässlerin Jenny und die zwei Drittklässler Nils und Peter ihr Papp-Periskop fertig. Jetzt können sie, wie versprochen, um die Ecke gucken, so wie im U-Boot. Und lernen dabei vielleicht die Gesetze der Reflexion kennen und verstehen.

Hoechster Kreisblatt vom 18.5.2005

Neues Naturwissenschafts-Projekt beginnt

Gymnasiasten machen Grundschüler fit

Von Kristiane Huber

Schwalbach. An der Albert-Einstein-Schule (AES) ist gestern Nachmittag der Startschuss zu einem Pilotprojekt gefallen, das Modellcharakter für viele andere hessische Schulen bekommen könnte. Hinter «Einsteinchen experimentiert» verbirgt sich eine gute Idee, die jetzt konsequent umgesetzt werden soll: Die Gymnasiasten der AES bringen Grundschülern aus dem Main-Taunus-Kreis die Faszination der Naturwissenschaften praktisch ins Haus. Direkt an den Grundschulen führen die Einstein-Schüler naturwissenschaftliche Experimente vor, die die jüngeren Schüler verstehen und selbst ausprobieren können. Für viele geplagte Pennäler-Generationen sind Mathematik, Chemie, Physik und Biologie Albtraum-Fächer. Doch wer frühzeitig auf diesem Gebieten das eigene Beobachten, Entdecken und Forschen lernt, kann zu den Schulfächern und später zu den beruflichen Fachgebieten einen ganz anderen Zugang gewinnen.

Darauf setzen die Initiatoren von der „Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft Hessen“. Ihr Geschäftsführer Jörg Friedrich hat die AES als Partner für das Projekt ausgewählt, weil die Schule durch ihr grundsätzlich innovatives Engagement – eben auch in den Naturwissenschaften – landesweit bereits aufgefallen sei. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist ein freier Zusammenschluss von Pädagogen und Wirtschafts-Führungskräften. Als Tochter der „Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände“ (VhU) wird sie von der Wirtschaft unterstützt – sie legt aber Wert auf politische Unabhängigkeit. Dennoch kann man sagen: Arbeitgeber haben dieses Projekt zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses ins Rollen gebracht.

Laut Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, fehlen in den Naturwissenschaften im Haupt-, Real- und im Berufsschulbereich Lehrer. Und Walter Jakobi, Sprecher der LAG und Mitglied im Präsidium der VhU, betonte gestern, dass der Standort Hessen mehr qualifizierte Naturwissenschaftler und Ingenieure als Ressourcen brauche, um europaweit und global in Zukunft mithalten zu können. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hatte schon für 2003 ermittelt, dass in Deutschland 6000 Ingenieure fehlen. „Wer diese Zahlen kennt, muss darauf bauen, dass Projekte wie jetzt an der Einstein-Schule im ganzen Land Schule machen“, sagte Jakobi.

16 Schüler aus Jahrgangsstufen 9 und 10 der Einstein-Schule haben sich seit rund einem Vierteljahr auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die beiden AES-Pädagoginnen, die das Projekt betreuen – Fachbereichsleiterin Monika Zieleniewicz und Sabine Blahudka – sind verblüfft über die Eigenleistung ihrer Schüler: „Wir haben den Rahmen für die Experimente vorgeben. Die Schüler haben sich reingestürzt, probiert, verworfen, neue Vorschläge gemacht und schließlich Versuche ausgewählt und optimiert.“

“Alltagsexperimente sind es, wo es nicht nur kracht und bunt ist, sondern sich auch Fragen ergeben“, ergänzte die stellvertretende Schulleiterin Anke Horn. „Unsere AES-Schüler profitieren davon zweifach, weil sie sich mit den naturwissenschaftlichen Inhalten beschäftigen und sich überlegen, wie diese Inhalte den Grundschülern vermitteln.“

 

Die Schwalbacher Geschwister-Scholl-Schule und die Bad Sodener Theodor-Heuss-Schule sind in der Testphase bis zu den Sommerferien und darüber hinaus mit 30 Schülern dabei. Aber die Grundschulen stehen Schlange. In das Projekt eingeklinkt sind auch die Sodener Drei-Linden-Schule, die Schwalbacher Georg-Kerschensteiner-Schule und die Süd-West-Schule Eschborn bis 2006. Teilnahmegebühren der Grundschüler, Sponsorenbeiträge und Gelder aus dem Programm «Schule gemeinsam verbessern» ermöglichen die Initiative.

 

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Gerd Scheffler, GSF